Bewegtes Lernen in der Grundschule
In der Grundschule ist das Konzept des bewegten Lernens sowohl bei den Kindern als auch im Kreis der Lehrkräfte beliebt. Die Klassenmitglieder machen bei den Bewegungsübungen gerne mit, während Lehrerinnen und Lehrer die Rolle der Beobachtenden einnehmen. Dabei erfahren sie, wer besonders eifrig mitspielt oder die Bewegungselemente als Abwechslung zum Stillsitzen auskostet.
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Was ist bewegtes Lernen?
In der Grundschule müssen die Kinder erstmalig über einen längeren Zeitraum hinweg still an ihren Tischen sitzen. Sie lernen nicht nur die Grundregeln der Rechtschreibung oder das Addieren und Subtrahieren, sondern auch die Fähigkeit zur Konzentration. Im Grundschulalter ist diese Kompetenz weniger ausgereift als in höheren Klassenstufen. Lehrkräfte müssen sich dessen bewusst sein und ihren Unterricht nach dem Entwicklungsstand ihrer Klasse ausrichten.Das bewegte Lernen ist eine Technik, um den Unterricht altersgerecht zu gestalten. Die Themen des Lehrplans werden mit Bewegungselementen aufbereitet. Zubehör wie Seile oder Bälle aus weichem Material kann genutzt werden, sie sind aber für viele Spiele keine Notwendigkeit. Deshalb greifen Lehrende gerne auf dieses Verfahren zurück, um Spontanität in den scheinbar statischen Unterrichtsverlauf zu bringen.
Vorteile von bewegtem Lernen
Zunächst ist der gesundheitlich-präventive Aspekt ein entscheidender Vorteil des bewegten Lernens. Die Klassenmitglieder führen zusammen mit ihrer Lehrkraft Übungen durch, welche ihren Organismus aus ganzheitlicher Sicht positiv beeinflussen: Durch die Bewegungsübungen wird sowohl körperliche als auch mentale Anspannung abgebaut. Lungenfunktion und Blutdruck werden angeregt, was jedoch keine Überlastung zur Folge hat. Als wünschenswertes Resultat fühlt sich die Schülerschaft trotz körperlicher Betätigung erholt und arbeitet im Unterricht konzentriert mit.Übungen oder Spiele mit dem Augenmerk auf physischer Aktivität bilden den Kern des Schulsports in der Turnhalle. Beim Völkerball lernen die Klassenmitglieder Werte wie Zusammenhalt in der Gruppe, Teamfähigkeit und das Einhalten von Regeln. Die Aufrechterhaltung eines sozialen Miteinanders im Klassenverband ist das Ziel solcher Unterrichtseinheiten. Beim bewegten Lernen werden solche Soft Skills auch in anderen Unterrichtsstunden geübt und in einen breiteren Kontext gesetzt.
Die Methode des bewegten Lernens eignet sich für fast alle Unterrichtsfächer. Anders als im Fach Sport nehmen die Bewegungsspiele nicht den größten Teil der Stunde ein, sondern haben einen ergänzenden Charakter: Durch das Einpflegen von Arbeitsaufträgen mit einem motorischen Anspruch werden die didaktischen Ansätze erweitert.
Praktische Ideen für bewegtes Lernen
Eckenraten ist der Urtyp einer Lernübung mit dem Fokus auf Bewegung. Das Prinzip findet vor allem in Sprachfächern Verwendung. Im Englischunterricht werden Vokabelübungen als Eckenraten durchgeführt - die Lehrperson oder ein Klassenmitglied nennt eine Vokabel, die übersetzt werden muss. Wer die Begriffe korrekt zuordnet, geht bis zur nächsten Ecke im Raum weiter.Ballspiele sind nicht nur etwas für die Hofpause. Im Fach Mathematik sind sie ein raffinierter Ansatz, um die Grundrechenarten oder das kleine Einmaleins fernab von der Tafel zu lernen: Die Lehrkraft stellt Fragen wie "Wie viel ist 2 + 2?" und wirft einem Mitglied aus der Klasse den Ball zu. Das betreffende Klassenmitglied muss die Aufgabe lösen. Im Anschluss überlegt es sich selbst eine Rechenaufgabe und spielt den Ball einer weiteren Person zu. Dieses Spiel lässt sich am besten im Steh- oder Sitzkreis spielen.
Das Zeichenmemory ist eine Hommage an den getanzten Namen aus der Waldorfpädagogik. Diese Bewegungsidee lässt sich in der ersten Klasse beim Lernen des Alphabets anwenden: Zu jedem Buchstaben machen die Klasse und die Lehrkraft eine Geste. Ähnlich wie beim Memoryspiel wird beides in Zukunft miteinander assoziiert. So prägen sich die Kinder alle Klein- und Großbuchstaben von A bis Z ein.
Tipps für die Umsetzung im Unterricht
In der Theorie sind die Bewegungsübungen schnell gemacht und lassen sich im organisatorischen Rahmen zur Überbrückung von Pufferzeiten im Unterricht spielen. Manchmal sind Maßnahmen zur Vorbereitung unumgänglich. Für beide Alltagssituationen im Klassenraum gibt es nützliche Ratschläge, damit der bewegten Unterrichtsstunde nichts mehr im Weg steht:1. Bahn frei für eine Runde Bewegungsspaß: Tische und Stühle werden an die Wand geschoben, damit das Klassenzimmer so viel Freiraum wie möglich bietet. Für manche Spielideen benötigt man Zubehör. Es wird vor dem Beginn der Unterrichtsstunde beschafft, damit die Beteiligten sofort in die Thematik einsteigen können.
2. Erst erklären, dann mitmachen: Die Fachlehrkraft weiht die Beteiligten in die Lernmethode ein, indem sie ihnen das Vorgehen Schritt für Schritt anhand von Beispielen erklärt. Darüber hinaus sollte der Sinn solcher Übungen erläutert werden, damit die Schülerschaft die ganzheitliche Zielsetzung versteht.
3. Freiwillige vor: Wer eine gute Idee beisteuern kann, darf sie der Klasse vorstellen. Durch die Beteiligung der Klassenmitglieder wird die Schülerschaft in den Ablauf eingebunden. Das macht die Federführenden nicht nur mächtig stolz, sondern lässt sie in der Unterrichtsstunde auch als eine Art Hilfslehrkraft in Erscheinung treten. Im Übrigen ist das Erfinden von eigenen Spielvorschlägen eine ideale Hausaufgabe.
Bewegtes Lernen in der Grundschule - FAQs
Obwohl die meisten Mitglieder der Lehrerschaft und der Schulpflichtigen das Verfahren des bewegten Lernens kennen, ist die reibungslose Durchführung im Unterricht nicht immer selbstverständlich. Die unten aufgeführten Fragestellungen liefern die dazugehörigen Antworten:1. Warum ist bewegtes Lernen vor allem in Grundschulklassen so beliebt?
In den ersten Schuljahren sind die Kinder zwischen 6 und 10 Jahren alt. Diese Altersklasse lernt bevorzugt auf spielerische Weise. Beim bewegten Lernen wird die Aufnahme von neuem Wissen neu verpackt - Aufgabenstellungen in Verbindung mit bewegungsfördernder Aktivität entsprechen den modernen Erkenntnissen aus der Pädagogik.
Wer auf einer weiterführenden Schule unterrichtet und seiner Klasse Spaß an Bewegungsübungen vermitteln möchte, darf auch in höheren Jahrgängen auf die Methode zurückgreifen.
2. Lässt sich das bewegte Lernen fachübergreifend in den Unterrichtsablauf integrieren?
Bewegungsspiele mit einem ähnlichen thematischen Bezug können zeitgleich im Fachunterricht gespielt werden. Wer die Klasse in Deutsch und Mathematik unterrichtet, greift zum Beispiel auf das Zeichenmemory zurück - nicht nur Buchstaben, sondern auch Zahlen lassen sich mit einer symbolischen Geste verknüpfen. Im Mathematikunterricht ist das Rechnen und Zählen mit den Fingern in den ersten beiden Grundschulklassen ohnehin fast schon Standard.
3. Ich befinde mich derzeit in meinem Referendariat und bin mit dem Lernkonzept noch nicht vertraut - wie wende ich die Methodik im Fachunterricht an?
Ein Mitglied aus dem Kollegium mit einigen Jahren an Berufserfahrung kann sich unter dem Begriff des bewegten Lernens mit Sicherheit konkrete Spielideen oder Übungen vorstellen. Spiele mit einem Schwerpunkt auf Motorik haben jedoch erst in der jüngeren Vergangenheit an Bedeutung gewonnen. Viele ältere Kolleginnen und Kollegen wenden die Lerntechnik seltener an, aber sie kennen bestimmte Grundformen aus dem eigenen Fachunterricht.
4. Was ist das Konzept der bewegten Schule im Gegensatz zum Prinzip des bewegten Lernens?
Bewegtes Lernen ist ein Verfahren aus dem Bereich der Didaktik. Darunter fallen alle Methoden des Lernens und Lehrens. Hier geht es in erster Linie um den Unterricht. Bei der bewegten Schule zielen die Verantwortlichen auf die Förderung der Gesundheit von Schülerinnen und Schülern ab. Das bewegte Lernen ist ein wichtiger Teil des Unterrichtsverlaufs; die Ansätze gehen aber über den Fachunterricht hinaus. Eine Gestaltung der Pausenzeiten mit entsprechenden Spielvorschlägen oder einem Angebot an Spielgeräten wie Springseilen oder Stelzen ermutigt die Schülerschaft, sich aus eigenem Antrieb heraus körperlich zu betätigen. Viele Schulen kooperieren mit Einrichtungen wie dem Stadtsportbund. Durch die Zusammenarbeit wird ein Netzwerk aufgebaut, welches für die Zukunft tragfähig ist.
Fazit - die Klasse zum Lernen bewegen
Bewegtes Lernen ist ein Synonym für neuartiges, experimentierfreudiges und lebensnahes Lernen. Die Schülerschaft muss dem Unterrichtsverlauf nicht starr auf den Sitzplätzen folgen, sondern sie darf sich auf ausdrücklichen Wunsch der Lehrperson körperlich betätigen. Kleine Bewegungsspiele mit einem didaktischen Anspruch schlagen eine Brücke zwischen der Verarbeitung von Fachkenntnissen und motorischen Übungseinheiten.Die Techniken des bewegten Lernens führen im besten Fall zu einem bewegenden Lernprozess - Lehrerinnen und Lehrer können mit einfachen Mitteln im Klassenzimmer etwas bewegen. Sie leiten ihre Klasse sowohl zur fachspezifischen Wissensaufnahme als auch zur Begeisterung für sportliche Betätigung an.
Nina K., 17.02.2026
Zur Autorin: Mein Name ist Katharina und ich bin seit dem Jahr 2018 als freiberufliche Autorin tätig. Zuvor habe ich mein Studium in Anglistik und Philosophie erfolgreich abgeschlossen. Das Verfassen von Artikeln für Lehrerblogs zählt nicht nur zu meinen grundlegenden, sondern auch zu meinen liebsten beruflichen Aufgaben. Mir macht es viel Freude, sowohl Lehrkräften als auch Schülerinnen und Schülern nützliche Ratschläge für den Alltag 'vor der grünen Tafel' an die Hand zu geben. Meine Themenschwerpunkte reichen von Hilfestellungen für die Organisation über Tipps für eine gelungene Unterrichtsführung bis hin zu Gedanken über Werte wie Empathie und Mitgefühl – sie ermöglichen nicht nur in der Schule ein harmonisches Miteinander.
