Bewegungspausen in der Grundschule
In Wahrheit stehen Arbeit und spielerische Lerneinheiten in keinem Widerspruch zueinander.
Eine Bewegungspause führt beides zu einer Einheit zusammen. Die Thematiken des Curriculums werden mit spielerischen Übungen behandelt, bei denen sich die Klassenmitglieder von den Lehrinhalten auf eine kindgerechte Weise anstecken lassen, die ihre Spielfreude animiert.
Warum sind Bewegungspausen in der Grundschule so wichtig?
Übungen mit dem Schwerpunkt auf Motorik haben drei Vorteile, die sie zu erstklassigen Spielvorschlägen in den großen Pausen machen. Die Vorteile beziehen sich auf die Konzentration, Gesundheit und Lernleistung der Kinder.In Bewegungspausen wird der Schreibstift fallen gelassen. Stattdessen führt die Fachlehrkraft mit der Klasse Bewegungsübungen durch, die häufig einen erkennbaren Bezug zum Thema des Unterrichts aufweisen. Ein bekanntes und beliebtes Beispiel ist das Silbenklatschen: Die Lehrperson liest einzelne Begriffe oder Sätze vor, die aus mehreren Silben bestehen. Bei jeder Silbe muss geklatscht werden. Dabei prägen sich die Schülerinnen und Schüler den syntaktischen Aufbau ein.
Übungen und Spiele mit Bewegungselementen gleichen den Bewegungsmangel im Unterricht aus. Sie fördern sowohl die Gesundheit als auch die Leistungsbereitschaft der Kinder. Wer sich gesund fühlt, kann sich leichter konzentrieren und nimmt sich neuen Themen im Unterricht gut erholt an.
Hinweis: Unter einer Bewegungspause stellen sich viele Mitglieder der Schülerschaft oder des Lehrerkollegiums eine aktive Pausenzeit auf dem Schulhof vor. Dieser Annahme ist zunächst nichts entgegenzusetzen. Neben den großen Pausen eignen sich aber auch die kleinen Unterbrechungen zwischen den Unterrichtsstunden für motorische Übungseinheiten im Klassenraum.
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10 Ideen für eine bewegte Pause in der Grundschule
Im Staffellauf durch den Stundenplan: Für lange Pausen auf dem Hof, kurze Pausenzeiten zwischen den Unterrichtsstunden oder bewegungsintensive Episoden mitten im Unterrichtsgeschehen sind verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten vorhanden, die das Schulleben beschwingter machen.5 Ideen für Bewegungspausen zwischen den Unterrichtsstunden (Hofpausen)
Draußen ist genug Platz für ausgelassene Spiele, die alleine, zu zweit oder im Klassenverband gespielt werden können:1. Seilspringen
Die Länge der Seile gibt den Spielverlauf vor. Kurze Seile werden von einer Person zum Springen genutzt. Bei langen Seilen werden die Enden von zwei Klassenmitgliedern gehalten und so hoch wie möglich ("fast bis in den Himmel") geschwungen, sodass die anderen Mitspielenden problemlos unter dem Seil durchlaufen können.
2. Stelzenlauf
Im Werkunterricht oder in einer AG werden die Stelzen aus leeren Metalldosen und einem reißfesten Seil gebaut. Danach dienen sie als Spielgeräte in den Pausen. Mit Kreide wird eine Bahn auf den Steinboden des Pausenhofs gezeichnet. Auf ihm läuft man auf den Stelzen vorsichtig bis zum Ziel.
3. Ballspiele
Spiele mit Bällen eignen sich für langsame oder rasche Verläufe. Bei langsamen Ballspielen wird der Ball sanft weitergereicht, während schnelle Spielvorgänge dem allseits bekannten Brennball oder Völkerball gleichen.
4. Hockwende über den Baumstamm
In den Herbstmonaten werden alte Bäume auf dem Pausenhof abgesägt, die im Anschluss als Spielgeräte herhalten. Die Kinder dürfen wie im Sportunterricht eine seitliche Hockwende über die Baumstämme machen.
5. Himmel und Hölle
Mit Kreide wird ein Spielfeld auf die Steine gezeichnet, das aus insgesamt 10 Kästchen besteht. In den Kästchen stehen die Zahlen 1 bis 10. Nun wird in der richtigen Reihenfolge vom Startkasten bis zur Nummer 10 gesprungen.
5 Ideen für Bewegungspausen im Unterricht
Die folgenden Vorschläge werden im Fachunterricht oder in den Fünf-Minuten-Pausen gespielt:1. Eckenraten
Diese Spielidee ist vermutlich fast so alt wie die Schule selbst: Die Mitspielenden finden sich in einer Nische des Klassenraums ein. Von dort aus geht es nach jeder richtigen Antwort einen Schritt oder besser gesagt eine Ecke im Zimmer weiter. Die Spielregeln sind schnell erklärt - wer am schnellsten alle Ecken "abgeklappert " hat, ist die Siegerin oder der Sieger. Anschließend geht es in die nächste Runde.
2. Eine Brücke schlagen
Die Tische im Klassenraum werden freigeräumt und hintereinander aufgereiht, damit alle Klassenmitglieder hindurchkriechen können. Es gibt mindestens drei Durchgänge. Dabei geht es auf Zeit.
3. Klatschspiele
Kein öder Abklatsch: Die Lehrperson liest einen Reim vor, der einen inhaltlichen Bezug zum Unterrichtsthema aufweist. Ansonsten wird eine Geschichte in Reimform erzählt. Das Reimschema wird von der Klasse durch beherztes Klatschen nachempfunden. Solch ein Bewegungsspiel ist natürlich perfekt für den Deutschunterricht.
4. Alles läuft rund
Die Anwesenden finden sich in der Mitte des Raumes ein. Sie halten sich an den Händen, sodass ein geschlossener Kreis entsteht. Die Lehrkraft oder ein Klassenmitglied gibt wechselnde Anweisungen ("bitte linksherun/rechtsherum laufen", "bitte stehen bleiben" und zum Schluss "bitte den Kreis auflösen"), denen Folge zu leisten ist.
5. Rolle vorwärts
Die Rolle rückwärts lässt sich im Anschluss nach dem Spiel im Stehkreis im Klassenraum durchführen. Es wird eine weiche Matte ausgerollt, auf der die Anwesenden eine Rolle vorwärts oder nach Belieben auch rückwärts machen. Die Lehrperson sollte nach Bedarf Hilfestellung geben, damit die Übungseinheit ohne schmerzhafte Zwischenfälle vonstatten geht.
Tipps, damit Bewegungspausen im Unterricht funktionieren
Als Lehrkraft sollte man den Anwesenden zu verstehen geben, wann Zeit für den Unterricht nach Plan ist und wann das Unterrichtsgeschehen durch eine kurze Bewegungszeit abgelöst wird. So wissen die Kinder, dass die Bewegungspause einem zeitlichen Rahmen unterliegt.Wer eine besonders gute Idee für die nächste Bewegungspause hat, darf sie im Unterricht vorstellen. Spiele ohne nennenswerte Vorbereitungsmaßnahmen lassen sich spontan spielen.
Bewegungspause in der Grundschule - FAQs
Wer zum ersten Mal eine Bewegungspause im Unterricht plant oder sich aus reinem Interesse über die Lehrmethode informieren möchte, sollte an dieser Stelle weiterlesen:1. Wie lange sollte eine Bewegungspause mindestens dauern?
Die Spielvorschläge können sich über 2 bis 3 Minuten oder über eine gesamte Hofpause erstrecken. Im ersten Fall wirken sie wie eine Dosis Traubenzucker, welche der Schülerschaft im Unterricht verabreicht wird. Die Dauer von Pausen auf dem Schulhof liegt mindestens bei einer Viertelstunde, damit neue Kraft für die kommenden Unterrichtsstunden gesammelt wird. Für Grundschulkinder sind Hofpausen eine willkommene Gelegenheit, um sich nach Lust und Laune mit den schuleigenen Spielgeräten zu beschäftigen.
2. Welche positiven Auswirkungen haben Bewegungspausen für Lehrpersonen?
Hier kommen das Konzentrationsvermögen, die Gesundheit und der Arbeitseifer zum Tragen. In der Hinsicht unterscheiden sich die Lehrerinnen und Lehrer nicht von ihrer Klasse. Die positiven Effekte lassen sich sogar mit kurzen Bewegungsübungen erzielen. Klatschspiele oder ähnliche Aktivitäten sind oft nach wenigen Augenblicken abgeschlossen; sie bringen trotzdem frischen Wind in den Klassenraum. Das bleibt auch den Lehrkräften nicht verborgen.
3. In unserer Schule gibt es neben dem Pausenhof auch eine Pausenhalle. Lassen sich auch dort einige ausgewählte Spielideen umsetzen?
Das Platzangebot in Pausenhallen ist geringer als auf dem Schulhof. Eine Pausenhalle lässt sich jedoch als zweiter Standort für die Bewegungsspiele umfunktionieren. Spiele mit kleinen Bällen eignen sich auch für Innenbereiche. Dabei sollte die Wahl ausschließlich auf Schaumstoffbälle fallen, deren Größe die Maße eines Tennisballs nicht überschreiten. Für Spielvorschläge mit Seilen sollten sich die Beteiligten grundsätzlich auf dem Schulhof aufhalten, um die Gefahr von Sachschäden an Fensterscheiben oder Bänken zu verringern.
4. Schülerinnen und Schüler sind verschieden. Ist das Klischee von bewegungsfreudigen Schulpflichtigen im Grundschulalter nicht überholt?
Nicht alle Kinder toben für ihr Leben gern. Es haben auch nicht alle Klassenmitglieder Probleme, sich im Unterricht zu konzentrieren. Deshalb ist das Angebot der bewegten Pause in vielen Schulen eine Dienstleistung vonseiten der Bildungseinrichtung. Sie darf angenommen werden, man muss sie aber nicht in Anspruch nehmen.
Bewegungspausen während des Unterrichts sind ein Bestandteil des Stundenverlaufs. Sie müssen als Arbeitsaufträge befolgt werden, die ihren spielerisch-kreativen Charakter klar erkennen lassen.
Fazit - mit Schwung in die nächste Unterrichtsstunde
In der Grundschule ist das Zuhören im Unterricht für viele Kinder ein mühevolles Unterfangen. Ohne eine Pause als Ausgleich zum Stillsitzen können sie dem Unterrichtsablauf in den Schulstunden nur mit großer Anstrengung bis zur Mittagszeit folgen.Die Unterrichtseinheiten werden von kurzen Fünf-Minuten-Pausen für den Raumwechsel unterbrochen. Nach zwei Stunden Fachunterricht findet jeweils eine Pause mit einer Dauer von 15 bis 25 Minuten statt. Darüber hinaus ist auch eine Unterrichtsstunde nicht linear, sondern ein Gefüge aus Arbeitsphasen und Pausenzeiten.
All diese Pausenzeiten lassen sich als Übungen gestalten, bei denen das Lernen von Fachwissen auf Bewegungsfreude trifft. Die Materialien sind im Klassenzimmer zu finden. Hier warten viele Möbelstücke oder andere Gebrauchsgegenstände darauf, den Spielspaß auf die Spitze zu treiben - selbst ein Schultisch verwandelt sich blitzschnell in einen Tunnel, der mutig durchquert wird.
Nina K., 16.02.2026
Zur Autorin: Mein Name ist Katharina und ich bin seit dem Jahr 2018 als freiberufliche Autorin tätig. Zuvor habe ich mein Studium in Anglistik und Philosophie erfolgreich abgeschlossen. Das Verfassen von Artikeln für Lehrerblogs zählt nicht nur zu meinen grundlegenden, sondern auch zu meinen liebsten beruflichen Aufgaben. Mir macht es viel Freude, sowohl Lehrkräften als auch Schülerinnen und Schülern nützliche Ratschläge für den Alltag 'vor der grünen Tafel' an die Hand zu geben. Meine Themenschwerpunkte reichen von Hilfestellungen für die Organisation über Tipps für eine gelungene Unterrichtsführung bis hin zu Gedanken über Werte wie Empathie und Mitgefühl – sie ermöglichen nicht nur in der Schule ein harmonisches Miteinander.
