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Auf Nummer Sicher - Brandschutz in der Schule


Eine Schule ist heute nicht mehr nur ein einfacher Aufenthaltsraum. Immer mehr Schülerinnen und Schüler verbringen hier immer mehr Zeit und immer neue und höhere Ansprüche werden an die Gebäude gestellt: hell sollen sie sein und großzügig, bequem und bunt, funktional und komfortabel und dabei allen pädagogischen Notwendigkeiten entsprechen. Man spricht von Laptop-Klassen und Smartboards und so manche Lehrkraft träumt von einer Arbeitsumgebung, die sie in ihrem Arbeitsalltag aufs Beste unterstützt. So weit die Theorie.

Die Situation in Deutschland

In der Praxis zeigt sich allerdings, dass viele Schulgebäude dringend sanierungsbedürftig sind. Inzwischen belaufen sich die geschätzten Kosten hierfür in Deutschland auf mehr als 34 Milliarden Euro. Dabei geht es um mehr als nur um bröckelnden Putz, undichte Fenster und schimmlige Arbeitsräume. Es geht auch um die Sicherheit all derjenigen, die in der Schule arbeiten und sich dort aufhalten. Ein besonderes Problemfeld stellt hier der Brandschutz dar, der leider viel zu oft vernachlässigt wird. Dabei bilden gerade Brände eine ganz besondere Gefahr.

Wer einmal eine Brandschutzübung an einer Schule miterlebt hat, der wird leicht nachvollziehen können, dass es hier im Notfall sehr schnell recht chaotisch werden kann. Hunderte von Kindern oder Jugendlichen, die gleichzeitig aus den Klassenzimmern stürmen und sich nicht selten durch die unzureichenden und zu engen Fluchtwege in Sicherheit begeben müssen, während die Lehrkräfte kühlen Kopf bewahren und die Situation unter Kontrolle halten sollen.

Hierbei kommt es darauf an, dass alles schnell geht und alles zuverlässig funktioniert. Aber nicht immer sind die Voraussetzungen so, wie sie eigentlich sein sollten. So gibt es in den meisten Bundesländern zwar eine Rauchmelderpflicht für Privatwohnungen, für Schulen und Kindergärten gilt diese aber nicht und entsprechend schlecht sind die Einrichtungen ausgestattet. Zwar nimmt die Zahl der Rauchmelder in Schulen stetig zu – aber selbst hier kommen diese nur selten wirklich flächendeckend zum Einsatz und man beschränkt sich oft auf nur wenige neuralgische Punkte, etwa in der Nähe von Kopierern oder in Werkräumen. Brandschutzkontrollen finden zudem meist in viel zu losen Abständen statt: in Berlin sind diese etwa nur alle fünf Jahre vorgesehen - und die Praxis zeigt, dass diese Fristen oft einfach verstreichen und um etliche Jahre überzogen werden. Und die Abschlussberichte zeigen, dass kaum eine Schule die gesetzlichen Brandschutzauflagen tatsächlich erfüllt, sondern fast alle zeigen, teils massive Mängel.

Die Hauptstadt ist  dabei nicht das einzige Bundesland, dem es so geht. Gleichzeitig stellen steigende Schülerzahlen und ein Ausbau der Nachmittagsbetreuung weitere Herausforderungen dar: immer mehr Menschen drängen sich immer länger auf verhältnismäßig immer weniger Raum. Viele alte Schulgebäude sind darauf nicht ausgerichtet und der Mangel an Platz führt außerdem dazu, dass etwa Papiere und andere Materialien oft nicht sachgerecht und sicher gelagert werden. Bei Kindergärten und Kitas fehlen bestimmte gesetzliche Bauvorschriften in vielen Fällen sogar gänzlich. Hinzu kommt schließlich immer wieder auch die finanzielle Frage. Brandschutz kostet Geld – von einigen hundert Euro für einfache Rauchmeldersysteme, bis hin zu zehntausenden für den Umbau von ganzen Gebäudetrakten, um Brandschutztüren einzubauen oder Fluchtwege zu schaffen. Man sieht: Es liegt einiges im Argen.

Schon wenige Maßnahmen sorgen für mehr Sicherheit

Dennoch lässt sich die Sicherheit in Schulen und Kindergärten deutlich erhöhen, wenn man einige einfache Hinweise beachtet. Und schon einige wenige kleine Handgriffe und Änderungen führen dazu, dass im Notfall wertvolle Minuten gewonnen werden. Zudem hilft eine gut vorbereitete und übersichtliche Umgebung auch dabei, einen kühlen Kopf zu bewahren. Im Ernstfall fällt es auch erfahrenen Lehrkräften teilweise schwer, richtig zu reagieren. Noch schwieriger ist es für Jugendliche und besonders für Kinder. Je übersichtlicher das Gebäude wird, desto leichter ist es auch, einen guten Überblick über die Situation zu behalten. Einmal umgesetzt zeigt sich außerdem, dass die Bildungseinrichtungen durch diese Maßnahmen nicht etwa automatisch unbequemer und ungemütlicher, sondern aufgeräumter und sogar schöner wirken. Um richtig vorzubeugen hilft es, sich zuerst der Gefahrenquellen bewusst zu werden. In erster Linie gilt es dabei natürlich, Brandherde auszuschließen und vor allem die größte Gesundheitsgefahr, die Rauchentwicklung, einzudämmen. Denn weniger von Flammen selbst als von Dämpfen und Rauchwolken werden Leben und Gesundheit im Brandfall am meisten bedroht. Dabei sind es oft schon einige wenige Präventionsmaßnahmen, die bereits einen großen Unterschied machen können.

Ein paar hilfreiche Tipps

Ein besonderes Augenmerk sollte in erster Linie auf den Fluchtwegen liegen. Die Korridore und Flure der Schule sollten möglichst übersichtlich und frei sein. Bilder an den Wänden gehören ebenso hinter Glas wie andere Schülerarbeiten auch. Feuerfeste Vitrinen bieten hier eine elegante und sichere Alternative. Die Kleidung und Unterlagen von Schülern und Lehrkräften sollten stets in einem Spind (am besten aus Metall) verstaut sein. Und eine Sofaecke mag zwar auf den ersten Blick gemütlich wirken, aber es sollte sichergestellt werden, dass diese nicht aus leicht brennbaren oder starken Rauch produzierendem Material gemacht ist. Besonders Polster- und Schaumstoffmöbel sollten hier kritisch unter die Lupe genommen werden. Außerdem sollten sie natürlich ebensowenig im Weg herumstehen wie sonstige Tische oder Stühle. Doch auch an unscheinbaren Stellen können Gefahren lauern, etwa bei unvorsichtiger Lagerung von Putzmitteln und Chemikalien. Oder wenn aufgrund der beengten Platzverhältnisse Sachen unter dem Dach gestapelt und gelagert werden, obwohl sie dort nicht hingehören.

Zu den häufigsten Brandursachen zählen weggeworfene Zigarettenstummel oder angekokelte Papierreste in Papierkörben und Mülleimern. Hier gibt es relativ  günstige und sichere Alternativen , die verhindern, dass sich ein Feuer weiter ausbreitet und die den Flammen die Luftzufuhr entziehen und sie so ersticken. Die zunehmende Zahl an elektrischen Geräten wie Beamern, Computer und Laptops steigert ebenfalls das Risiko an Unfällen, Kurzschlüssen und Hitzestaus und eine regelmäßige Wartung ist hier ebenso wichtig wie ein umsichtiger Umgang. Und wenn man schon in eine moderne Ausstattung investiert, so sollte auch hier darauf geachtet werden, dass man beispielsweise zu möglichst feurerresistenten Whiteboards und ähnlichem greift, die im Brandfall den Flammen möglichst lange Stand halten. Abgesehen davon ist es natürlich wünschenswert, dass möglichst alle Personen, die das Schulgebäude nutzen, möglichst gut informiert und vorbereitet sind. Spezielle Schulungen durch Brandschutzverständige der Feuerwehren sollten daher nicht, wie es heute noch viel zu häufig der Fall ist, nur für einige wenige Brandschutzbeauftrage angeboten werden, sondern für das gesamte pädagogische und technische Personal. Und auch mit den Schülern sollte regelmäßig darüber gesprochen und geübt werden, was im Notfall genau zu tun ist, ohne deshalb Panik oder Angst zu verbreiten. Wie man sieht müssen sich Übersichtlichkeit, Sicherheit und Komfort keinesfalls widersprechen. Abgesehen davon können in diesem Bereich keinerlei Ausreden gelten.

Sicherheit ist die oberste Priorität und Nachlässigkeit kann hier fatale Folgen haben. Wer vorbeugt und die richtigen Präventionsmaßnahmen ergreift, der ist nicht nur im Notfall auf das Schlimmste vorbereitet, sondern der trägt auch dazu bei, dass Brandursachen vermieden werden und es gar nicht erst zum Schlimmsten kommt.