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Einen Ausflug ins Museum mit dem Kindergarten planen




Ausflug ins Museum mit dem Kindergarten - Als Lena ihren Sohn am Mittwoch in den Kindergarten bringt, ist die Aufregung groß. „Heute gehen wir ins Museum!“, singt Moritz schon auf dem ganzen Weg. „Weißt du denn schon, was ihr euch da anguckt?“, fragt seine Mama ihn. „Nö, das hat uns Johanne noch nicht verraten. Sie hat nur gesagt, dass es toll wird“, antwortet ihr Sohn. Auch die anderen Kinder im Kindergarten wuseln durcheinander. „So ein Lärm“, stöhnt Lena, als sie probiert, ihrem Sohn den Rucksack abzunehmen und die Jacke auszuziehen. Da kommt Johanne dazu: „Hallo Moritz. Du kannst die Schuhe gleich anlassen. Wir gehen los, sobald alle da sind. Aber bleib bitte auf dem Flur.“ Da stürzt Moritz los zu seinen Freunden. „Wie behalten Sie denn da den Überblick, wer noch fehlt?“, will Lena von der Erzieherin wissen. „Das bekommen wir schon hin“, lacht Johanne und verabschiedet sich von Lena.

Zehn Minuten später schließt Johanne die Kindergartentür. „Bitte stellt euch jetzt alle zu zweit hintereinander auf!“, ruft Johanne, doch der Lärmpegel ist so hoch, dass es kaum jemand hört. Schließlich gelingt es und die Erzieher:innen stellen erleichtert fest, dass wirklich alle Kinder da sind. „Dann können wir ja endlich los“, bemerkt ihr Kollege David.

Zum Glück ist es nicht weit bis zum Museum. Doch unterwegs entdecken die Kinder immer wieder etwas Spannendes. „So langsam sollten wir uns etwas beeilen!“, ruft David von hinten. „Wir haben nur noch 5 Minuten, bis zu unserem Termin!“

Endlich kommt die Gruppe am Museum an. „Dürfen wir da wirklich rein?“, fragt Emilia schüchtern, als sie eine Seniorengruppe entdeckt. „Na klar!“, beruhigt Johanne sie. Drinnen werden sie schon erwartet. „Da sind Sie ja endlich! Ich bin Dieter Hering und mache hier die Museumsführungen. Kommen Sie, ich zeige Ihnen, wo Sie Ihre Sachen lassen können. Taschen und Jacken dürfen nämlich nicht mit ins Museum genommen werden“, erklärt ein älterer Herr. Bis alle ihre Jacken ausgezogen und ihre Rucksäcke in eine Kiste getan haben, dauert es. „Ich muss aufs Klo!“, ruft Jakob. Während David mit den Kindern zu den Toiletten geht, verstaut Johanne die letzten Sachen und schließt die Kiste ab. Dieter Hering wird dabei immer ungeduldiger. Schließlich geht er zu Johanne. „Sie wissen ja, dass Sie eine Führung für 40 Minuten gebucht haben? Und direkt nach Ihnen erwarte ich noch eine Gruppe. Wenn wir nicht langsam losgehen, wird es knapp“, erklärt er.

Dann sind endlich alle Kinder von der Toilette zurück und die Führung kann starten. Doch auch die Führung läuft nicht so, wie geplant. Die Kinder rennen durchs Museum und hören kaum auf das, was Dieter Hering sagt. „Haben Sie denn nicht vorher besprochen, wie man sich in einem Museum verhält?“, fragt er ärgerlich. Johanne antwortet kleinlaut: „Ich dachte, das übernehmen Sie.“ Dieter Hering seufzt. Dann holt er einen Wagen mit Museumshockern und stellt sie in einem großen Kreis auf. „Setzt euch bitte alle hin“, ruft er laut und die Kinder klettern tatsächlich auf die Sitze. Dann erzählt er, was überhaupt ein Museum ist, was man dort alles sehen kann und wie man sich im Museum benimmt. „Eigentlich wollten wir hier jetzt noch mit euch malen, aber dafür ist leider keine Zeit mehr. Ich muss nun dringend zu meiner nächsten Gruppe. Die wartet sicher schon!“, beendet Dieter Hering die Führung. Zu Johanne sagt er: „Schauen Sie sich gerne noch etwas um, aber achten Sie bitte darauf, dass die Kinder nichts anfassen. Den Schlüssel für das Schließfach können Sie nachher an der Kasse abgeben.“ Doch auch die Kinder werden langsam unruhig. „Wann gibt es denn endlich Frühstück?“ „Ich muss schon wieder aufs Klo!“ „Ich habe Durst!“ Da beschließen die Erzieher:innen, den Museumsbesuch zu beenden. Gemeinsam verlassen sie das Museum und gehen stattdessen auf den nächsten Spielplatz und machen dort ein Picknick.

Ein Museumsbesuch kann schnell mit Enttäuschungen enden, wenn er nicht richtig vorbereitet ist. Dabei kann er mit einigen Absprachen und einer guten Planung zu einem besonderen Erlebnis für Kindergartenkinder werden. Doch was muss dabei bedacht werden?

1. Welches Museum wollen wir besuchen?  

Zuerst sollte geklärt werden, was für ein Museum es sein soll. Ob Kunstmuseum, Stadtgeschichte oder Naturkunde, fast jedes Museum hat auch etwas für die Kleinsten zu bieten. Informieren Sie sich im Internet oder mit Flyern über das Museum und welche Ausstellungen dort aktuell gezeigt werden. Viele, aber nicht alle Ausstellungen, eignen sich auch schon für Kindergartenkinder. Ansonsten hilft ein Anruf im Museum, die Mitarbeitenden vor Ort können Ihnen sicher weitere Hinweise geben.

In manchen Städten gibt es sogar spezielle Ausstellungen für Kinder. Beispielsweise hat das Auswandererhaus Bremerhaven einen eigenen Ausstellungsteil für Kinder. Vielerorts habe sich inzwischen aber auch spezielle Kindermuseen angesiedelt, die speziell auf die Interessen von Kindern eingehen.

2. Wie kommen wir zum Museum?

Die wohl wichtigste Frage ist: Wie gelangt die Gruppe zum Museum? Ob mit einem gemieteten Bus, dem öffentlichen Nahverkehr oder zu Fuß, der Weg sollte nicht unterschätzt werden. Gerade Kindergartenkinder brauchen länger, wenn es unterwegs viel zu entdecken gibt. Hierbei bietet es sich an, für Kinder spannende Orte, wie Spielplätze oder Eisdielen, zu umgehen. Vielleicht bleibt nach dem Museumsbesuch noch Zeit für einen Besuch auf dem Spielplatz oder ein Eis für alle auf die Hand?

3. Checkliste: Welche Absprachen sollten mit dem Museum vorab getroffen werden?

Allgemeines:
  • Wann hat das Museum geöffnet? (Hinweis: Viele Museen bleiben montags geschlossen.)
  • Ist an meinem Wunschtermin ein Mitarbeitender da, der eine Führung anbieten kann? 
  • Wie viel Zeit ist für den Museumsbesuch insgesamt eingeplant? Wann kommt die Gruppe an? Wann fährt der Bus zurück?
  • Wie lang soll die Führung sein? Gerade bei Kindergartenkindern ist die Konzentrationsfähigkeit nicht über eine lange Dauer gegeben.
  • Wie viele Personen nehmen teil? (Kinder/ Betreuungspersonen?)
  • Was kostet der Eintritt, wie viel die Führung? Wann und wie kann gezahlt werden?
Organisatorisches:
  •  Wie groß darf die Gruppe sein? Können alle Kinder gemeinsam ins Museum oder sollten kleinere Gruppen gebildet werden?
  • Was darf mit ins Museum genommen werden? Wo können Rucksäcke und Jacken verwahrt werden?
  • Darf fotografiert werden?
  • Wo sind die Toiletten?
  • Wo darf gegessen und getrunken werden? Ist Zeit und Platz für eine Frühstückspause im Museum?
  • Ist das Museum barrierefrei? Gibt es Angebote für sehbehinderte/hörgeschädigte Kinder?
  • Gibt es Sitzgelegenheiten in der Ausstellung? (Bänke/Museumshocker/Sitzkissen?)
Inhalt und Vermittlung:
  • Ist die Ausstellung kindgerecht oder gibt es sensible Inhalte, die nicht für Kinder geeignet sind?
  • Gibt es im Museum einen Mitarbeitenden, der Erfahrung mit der Altersgruppe hat? 
  • Was ist der Inhalt der Führung? Soll das Museum als Ort vorgestellt werden? Oder soll ein bestimmtes Thema behandelt werden, z.B. Tiere, Farben und Formen, Essen und Trinken…?
  • Welche Schwerpunkte sollen in der Ausstellung gesetzt werden? Gibt es ein Thema/Bild/Ausstellungsstück, das unbedingt Teil der Führung sein soll?
  • Sind altersgemäße Mitmachstationen in der Ausstellung vorhanden, an denen die Kinder selbst aktiv werden können?
  • Gibt es passende Vermittlunsangebote, bei denen die Kinder selbst aktiv werden können? (z.B. Rätsel zur Ausstellung, Kreativangebote etc.) 
Vor- und Nachbereitung:
  • Gibt es Flyer oder Prospekte vom Museum, die den Kindern vorab gezeigt/den Eltern mitgegeben werden können?
  • Gibt es Material zur Vor- und Nachbereitung der Ausstellung?
  • Können Mitarbeitende des Kindergartens vorab das Museum zur Vorbereitung besuchen?

4. Die Vorbereitung eines Museumsbesuchs 

Besprechen Sie vorab mit den Kindern, wie man sich in einem Museum verhält. Besonders wichtig ist, dass die Kinder nichts ohne Erlaubnis anfassen und nicht im Museum essen oder trinken. Vielleicht war ein Kind schonmal in einem Museum und kann davon erzählen?

Erzählen Sie den Kindern vorab, was ein Museum ist, warum man da hingeht und was sie sehen werden, um falsche Erwartungen zu vermeiden.

Es bietet sich an, das Museum bereits vor dem eigentlichen Termin einmal zu besuchen. Hierbei können mögliche Probleme bereits erkannt und Schwerpunkte für die Führung gesetzt werden. Sprechen Sie es am besten vorher ab, denn in manchen Museen ist es kostenlos möglich, wenn Sie einen Gruppenbesuch vorbereiten.

5. Die Nachbereitung 

Sprechen Sie hinterher mit den Kindern, was sie gesehen und erlebt haben. Vielleicht kann auch in der Gruppe hinterher dazu gemalt oder gebastelt werden. Vielleicht entsteht sogar eine Ausstellung mit den Bildern der Kinder für ihre Eltern und Familien?

6. Interessante Ausstellungen und Museen für Kindergärten 

  • Eine Weltreise an nur einem Tag – im Klimahaus Bremerhaven ist das möglich! Man muss nicht lesen können, um zu erforschen, wie die Menschen in anderen Teilen der Welt leben. Um die kleinen Besucher nicht zu überfordern, sollte allerdings ein Schwerpunkt gesetzt werden. Für Kindergartenkinder ist wahrscheinlich die Ausstellung zu den Klimazonen am interessantesten. Hier gibt es auch immer wieder Stationen zum Ausprobieren und Mitmachen.
  • Abwechslungsreiche, interaktive Ausstellungen, die speziell für Kinder gestaltet wurden, gibt es inzwischen in vielen Städten. In Kindermuseen, wie dem MACH MIT! Museum von für mit Kindern in Berlin oder dem miraculum MachMitMuseum in Aurich, gibt es für Kinder zwischen 3 und 12 Jahren viel Spannendes zu entdecken. Die Ausstellungsthemen richten sich dabei nach den Interessen der Zielgruppe und beziehen ebenso gesellschaftlich relevante Themen mit ein, die kindgerecht vermittelt werden.
  • Zu kleinen Wissenschaftlern werden Kindergartenkinder in interaktiven Wissenschaftsmuseen, wie dem Phaeno in Wolfsburg oder dem Universum Bremen. Hier können Kinder die wissenschaftlichen Phänomene erforschen und entdecken. Sie können Experimente durchführen und vieles selbst ausprobieren.
  • Wie haben die Menschen früher gelebt? Wer hat alles in einem Schloss gewohnt? Neben Schlössern bieten auch Museumsdörfer einen Einblick in die Vergangenheit. Hier können Kindergartenkinder die Vergangenheit mit ihrem Zuhause vergleichen und selbst entdecken, was sich verändert hat. Viele dieser Museen haben sogar Angebote, dass sich die Kinder der Zeit entsprechend verkleiden können.
  • Doch nicht nur Museen, die sich speziell an Kinder richten, bieten sich für einen Besuch mit der Kindergartengruppe an. Fast jedes Museum hat mittlerweile Vermittlungsangebote für alle Altersstufe im Programm. Im Kunstmuseum können nicht nur die Bilder angesehen werden. Vielleicht kann nach bestimmten Motiven (wie z.B. Zitronen oder Orangen, die sich in vielen Stillleben finden lassen, Bücher oder Schiffe) gesucht werden? Oder die Kinder suchen sich ein Lieblingsbild aus, dass sie sich ganz genau anschauen und später im Kindergarten nachmalen oder basteln. 
  • Im naturwissenschaftlichen Museum erfreuen sich vor allem Skelette von Dinosauriern großer Beliebtheit. Aber auch sonst gibt es sicher viel zu lernen und entdecken.

Abschließend lässt sich sagen: Wenn der Museumsbesuch mit den Kindern gut vorbereitet ist, lässt er sich in jedem Museum durchführen. Sprechen Sie vorab mit den Kindern, was sie erwartet und was sie sehen, um große Enttäuschungen zu vermeiden. Besprechen Sie auch schon vorab Verhaltensweisen und Regeln während des Museumsbesuchs. Scheuen Sie sich nicht, beim Museum nach einem geeigneten Programm zu fragen, Ihnen wird dort sicher gerne geholfen. Schließlich sind die Kinder von heute die Museumsbesucher von morgen.


Oriana R. / 04.05.2022

Zur Autorin: Mein Name ist Oriana und ich habe kürzlich mein Studium in Geschichte und Pädagogik beendet. Ich bin seit fast 10 Jahren als ehrenamtliche Lesepatin tätig und habe schon über 40 Grundschulkinder beim Lesenlernen begleitet. Nebenbei durfte ich zahlreiche Projekte organisieren und durchführen, unter anderem ein Wochenende im Wald, mehrere Theaterstücke und ein Geschichtsprojekt. Seit kurzem arbeite ich hauptamtlich mit Grundschulkindern in einer Gruppe für soziales Lernen und Hausaufgabenbetreuung. Besonders wichtig sind mir in meiner Arbeit die Themen Nachhaltigkeit, Umweltschutz und die Umsetzung der Kinderrechte im Gruppenalltag.