Elternabend in der Grundschule - ein Abend nur für die Elternschaft
Lehrkräfte arbeiten nicht nur mit der Schülerschaft oder anderen Kolleginnen und Kollegen zusammen. Der Dialog mit den Erziehungsberechtigten bildet die dritte Säule, auf welcher das Lehrerdasein gründet. Elternabende sind eine Begegnung zwischen der Klassenleitung und der Elternschaft. Beide Parteien haben berechtigte Anliegen und Erwartungen an diesen Gesprächstermin. Deshalb ist allen Beteiligten mit einer guten Vorbereitung auf den gemeinsamen Austausch gedient.
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Definition - was ist ein Elternabend?
Elternabende sind Schulveranstaltungen, bei denen sich die Erziehungsberechtigten der Kinder mit der Klassenleitung über Belange austauschen, welche die meisten Klassenmitglieder oder einen Großteil von ihnen betreffen. Bei der Zusammenkunft ist die Klassenleitung als Moderator zugegen; sie bringt sich jedoch selbst in die Unterhaltungen ein.Jeder Elternabend ist eine rein informative Veranstaltung. Es ist im Interesse der Bildungseinrichtungen, die Erziehungsberechtigten zum Mitgestalten des Schullebens zu motivieren. Aus diesem Grund werden Termine bekannt gegeben, bei denen alle Themen zur Sprache kommen, die sowohl für die Eltern als auch für die Schülerinnen und Schüler relevant sind.
Anders als beim Elternsprechtag werden keine Termine für Einzelgespräche vereinbart. Stattdessen sind alle Eltern (oder die meisten Mitglieder der Elternschaft) im Klassenzimmer versammelt. Das ist bei Elternsprechtagen nicht der Fall: Hier unterhält sich die Klassenleitung oder die Fachlehrkraft unter vier Augen mit den jeweiligen Erziehungsberechtigten über den Leistungsstand oder das Arbeits- und Sozialverhalten ihrer Kinder.
Ablauf eines Elternabends in der Grundschule
In jedem Schulhalbjahr lädt die Klassenleitung mindestens einmal zum Elternabend ein. Die Elternabende finden üblicherweise am Anfang eines neuen Halbjahres statt. Die Einladungen an die Elternschaft werden etwa 14 Tage im Voraus ausgestellt, damit genug Zeit für die Anmeldungen bleibt.Nachdem alle Erziehungsberechtigten eingetroffen sind, werden sie von der Klassenleitung begrüßt. Oftmals ist ein weiteres Mitglied aus dem Kollegium anwesend, welches die Klasse ebenfalls unterrichtet. Beim ersten Elternabend stellen sich die teilnehmenden Lehrkräfte kurz vor.
Anschließend werden die Punkte behandelt, die auf dem Ablaufplan stehen. In der Regel ist die verantwortliche Lehrkraft für spontane Themenvorschläge offen. Während des Austauschs mit den Eltern ergeben sich viele Themen als Folge des Gesprächsverlaufs. Der Elternabend endet mit der Verabschiedung der Anwesenden durch die Lehrkraft.
Typische Themen beim Elternabend
Bei den abendlichen Zusammenkünften mit der Klassenleitung und den Eltern werden vor allem organisatorische Belange angesprochen. Die Beschaffung für Lehrmaterial ist ein wiederkehrendes Gesprächsthema. Das Ausleihen von Schulbüchern ist kostenpflichtig. Am Ende eines Halb- oder Schuljahres werden die Lehrbücher an die Klassenmitglieder ausgeteilt. Daneben werden Kosten für Kopien oder ähnliche Materialien von der Schule eingesammelt. Die Eltern werden von der Klassenleitung über die Höhe der Gebühren informiert.Fragen zum Verhältnis innerhalb der Klassengemeinschaft werden in der Regel von den Eltern gestellt. Die Klassenleitung kann zusätzlich einen Zwischenstand zum sozialen Miteinander in der Klasse geben. So können beide Seiten überlegen, ob ihre Einschätzungen miteinander übereinstimmen oder in einigen Punkten abweichen. Bei problematischen Konstellationen im Klassenverband wird nach Lösungen gesucht, um ein harmonisches Verhältnis in der Gemeinschaft herzustellen. Die Lösungsvorschläge werden der Schülerschaft zeitnah unterbreitet.
Bei der Wahl der Elternvertretung kandidieren Freiwillige für das Amt. Die gewählten Eltern nehmen an Zeugniskonferenzen teil oder verwalten die Schulbuchausleihe. Sie vertreten die gesamte Elternschaft, weshalb sie auch bei Fragen seitens anderer Erziehungsberechtigter aus dem Klassenverband Auskunft geben.
Darüber hinaus werden Veranstaltungen wie Schulfeste, Ausflüge oder anstehende Klassenfahrten mit den Anwesenden detailliert besprochen, organisiert oder resümiert. Die Eltern erhalten häufig ein Infoblatt, auf dem alle Angaben zu den jeweiligen Terminen schriftlich festgehalten sind. Darüber hinaus werden für solche Anlässe Freiwillige gesucht, die an den Verkaufsständen aushelfen, Kuchenspenden mitbringen oder die Kinder auf dem Ausflug begleiten.
Tipps für Eltern - so bereitest du dich vor
Elternabende sollten nicht als lästige Pflicht angesehen werden. Wenn du mit solch einer positiven Einstellung im Klassenraum Platz nimmst, erkennst du den Mehrwert des Austauschs mit der Klassenleitung, den Fachlehrkräften oder anderen Eltern.Datum und Uhrzeit werden dir rechtzeitig mitgeteilt. Halte dir die angegebene Zeit komplett frei, um dich den Diskussionen mit der Klassenleitung ungestört zuwenden zu können.
Beim Elternabend haben Lehrkräfte ebenso wie die Erziehungsberechtigten die Möglichkeit, ihre Anliegen offen miteinander zu teilen. Überlege vorher genau, ob es sich bei deinen Fragestellungen an die Lehrerin oder den Lehrer um Themen handelt, die nur dich oder dein Schulkind betreffen. Solche Belange sollten mit der betreffenden Lehrkraft beim nächsten Elternsprechtag geklärt werden. Elternabende eignen sich für die Angelegenheiten, die auch andere Anwesende etwas angehen.
Tipps für Lehrkräfte - so bereitest du dich vor
Es kommt bei den Eltern immer gut an, wenn sie von der Lehrkraft persönlich angesprochen werden. Eine Namensliste hilft dir beim Einprägen neuer Namen. Wenn sich die Erziehungsberechtigten beim ersten Elternabend vorstellen, kannst du dir ihre Namen notieren und sie auswendig lernen.Im Schnitt dauert ein Elternabend 1 ½ bis 2 Stunden. Fertige dir am besten einen Zeitplan an, auf dem alle Gesprächsthemen mit einer zeitlichen Angabe vermerkt sind. Für die Begrüßung sollten ungefähr 5 Minuten eingeplant werden. Das Zeitfenster für die verschiedenen Programmpunkte des Abends hängt von der Wichtigkeit für die Elternschaft oder die Schülerschaft ab.
Etwa 10 Minuten werden als Restzeit freigehalten. Sie dienen als Zeitfenster für Rückfragen oder Diskussionen im Kreis der Eltern. Im Vorfeld kannst du dich bei der Elternschaft nach Themen erkundigen, die aus ihrer Sicht unbedingt zur Sprache kommen müssen. Sie werden in die Liste der Programmpunkte aufgenommen. Die Frage nach den gewünschten Gesprächsthemen wird auf der Einladung vermerkt.
Manche Themen sorgen für etwas hitzige Diskussionen. Hier darf man sich als Gesprächsleitung nicht aus der Ruhe bringen lassen. Nimm dir unbedachte Äußerungen nicht zu sehr zu Herzen. Wenn ein Dialog jedoch zu persönlich wird, solltest du die betreffenden Eltern darauf hinweisen und sie an die Regeln einer respektvollen Gesprächskultur erinnern.
Elternabend in der Grundschule - FAQs
1. Nimmt man schon in der Referendariatszeit an Elternabenden teil?Referendarinnen und Referendare haben noch keine eigenen Klassen. Deshalb sind sie bei Elternabenden nicht federführend, können der Veranstaltung aber dennoch beiwohnen. Dabei bekommen sie einen Einblick in das Tätigkeitsfeld einer ausgebildeten Lehrkraft. Mit diesen Vorkenntnissen wissen die Lehrpersonen in der Ausbildung, was als zukünftige Klassenvorstände auf sie zukommt.
2. Müssen Eltern den Termin unbedingt wahrnehmen?
Die Teilnahme an einem Elternabend ist für die Erziehungsberechtigten freiwillig. Für Lehrerinnen und Lehrer sind die Termine verpflichtend. Trotz der Freiwilligkeit sollten die Elternabende als Entgegenkommen seitens der Schule verstanden und im Interesse der eigenen Kinder besucht werden.
3. Muss auf einen Elternabend die Einladung zum Elternsprechtag zeitnah erfolgen?
Elternabende und Sprechtage sind zwei verschiedene Anlässe. Eine zeitliche Nähe zwischen beiden Terminen ist nicht unbedingt notwendig, aber sinnvoll: Viele Themen sind bei einem geringen zeitlichen Abstand zwischen dem Elternabend und dem Elternsprechtag im Gedächtnis der Beteiligten präsent. Dabei kann ein direkter Bezug zwischen den Inhalten beider Gespräche hergestellt werden.
4. Wann werden spontane Elternabende anberaumt?
Die meisten Elternabende finden nach Plan statt. Es gibt allerdings Situationen, die einen außerplanmäßigen Termin erforderlich machen: Schwerwiegende Konflikte mehrerer Schülerinnen und Schüler mit einer Lehrkraft oder andere akute Probleme sind Gründe für ein spontanes 'Krisengespräch' mit den Eltern.
Angelegenheiten, bei denen nur einzelne Mitglieder aus dem Klassenverband involviert sind, werden nicht öffentlich besprochen. In solchen Fällen bittet die Klassenleitung die Eltern der beteiligten Parteien zu einem Einzelgespräch, dessen Inhalte und Ergebnisse vertraulich behandelt werden.
Fazit - Vertrauen aufbauen, gemeinsam nach vorne schauen
Elternabende sind für beide Seiten eine Gelegenheit, um sich aufeinander einzulassen und die Interessen des Gegenübers mit den eigenen Vorstellungen von einem gelungenen Miteinander in der Schule zu verknüpfen.In der Grundschule brauchen die Kinder starke Erwachsene, die ihnen auf dem Weg durch die Schuljahre hindurch in Richtung weiterführende Schulen die Hand reichen. Diese Aufgabe können Lehrpersonen nicht alleine bewältigen: Sie sind auf die Hilfe der Eltern angewiesen. Schule als Gesamtkonzept lebt von den Freiwilligen, die sich aus eigenem Antrieb heraus einbringen. Bei den Zusammenkünften mit den Eltern soll diese Bereitschaft gefördert werden. Das Wohlergehen der Schülerschaft sollte für alle Beteiligten ein Anliegen sein.
Nina K., 06.01.2026
Zur Autorin: Mein Name ist Katharina und ich bin seit dem Jahr 2018 als freiberufliche Autorin tätig. Zuvor habe ich mein Studium in Anglistik und Philosophie erfolgreich abgeschlossen. Das Verfassen von Artikeln für Lehrerblogs zählt nicht nur zu meinen grundlegenden, sondern auch zu meinen liebsten beruflichen Aufgaben. Mir macht es viel Freude, sowohl Lehrkräften als auch Schülerinnen und Schülern nützliche Ratschläge für den Alltag 'vor der grünen Tafel' an die Hand zu geben. Meine Themenschwerpunkte reichen von Hilfestellungen für die Organisation über Tipps für eine gelungene Unterrichtsführung bis hin zu Gedanken über Werte wie Empathie und Mitgefühl – sie ermöglichen nicht nur in der Schule ein harmonisches Miteinander.
