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Der Einsatz von Würfeln in Kita und Schule

Die Aufregung in Emmas Klasse ist groß: heute ist die erste Kunststunde nach den Sommerferien und die Klasse bekommt eine neue Lehrerin. Wie die wohl sein wird? 

Endlich klingelt es. Die Tür zum Klassenraum öffnet sich und eine dunkelhaarige Frau in einem bunten Blumenkleid tritt hindurch, beladen mit einem großen Berg Papier in den buntesten Farben. Schwungvoll legt sie den Stapel auf dem Pult ab, stellt ihr Tasche daneben und wischt sich erstmal über die Stirn. Dann wendet sie sich an die gespannt wartende Klasse. „Guten Morgen, ich bin Frau Rose und eure neue Kunstlehrerin“, stellt sie sich vor. Dann verteilt sie das bunte Papier und bittet die Kinder, ihre Namen darauf zu schreiben. Als alle fertig sind, holt Frau Rose eine Schachtel aus ihrer Tasche und öffnet sie geheimnisvoll. „Damit wir uns alle etwas besser kennenlernen, habe ich euch einen besonderen Würfel mitgebracht. Wir geben ihn gleich in der Klasse herum und jeder würfelt einmal und erzählt etwas über sich.“ Damit reicht Frau Rose den Würfel an Mila, die ganz vorne sitzt. Die würfelt und überlegt kurz: „Mein perfekter Samstag beginnt damit, dass ich morgens schon ganz lange lesen kann, bevor es Frühstück gibt. Dann mache ich mit meiner Familie einen Spaziergang zum Spielplatz und danach zur Bücherei und abends machen wir Pizza.“ Dann gibt sie den Würfel an Maxi weiter, der neben ihr sitzt. Als alle Kinder erzählt haben, was ihre Lieblingsfarbe ist, welche Pflanze sie am liebsten mögen oder was sie am liebsten essen, ist Frau Rose an der Reihe. „Mein Lieblingstier ist der Flamingo“, erzählt sie, „weil der nämlich meine Lieblingsfarbe hat.“ 

Dann holt sie zwei weitere Würfel aus ihrer Schachtel. „In den nächsten Wochen möchte ich mit euch Comics malen. Darum teilen wir euch jetzt in Gruppen ein. Jeder von euch würfelt und merkt sich gut die Farbe. Dann treffen sich alle Kinder, die die gleiche Farbe gewürfelt haben, an einem Tisch. „Aber was ist, wenn dann alle die gleiche Farbe würfeln oder ein Kind alleine ist?“, will Emma wissen. „Das sehen wir dann. Aber es macht nichts, wenn die Gruppen unterschiedlich groß sind“, antwortet Frau Rose, während sie die beiden Würfel herumgibt. Als alle Gruppen eingeteilt sind, bringt Frau Rose jeder Gruppe Papier, auf dem die Ideen gesammelt werden können. Dann greift sie erneut nach ihrer Würfelschachtel. „Jede Gruppe erhält nun noch zwei Geschichtenwürfel. Ihr entscheidet selbst, wie oft ihr würfelt. Aber ihr würfelt alle mindestens einmal und schreibt aus den beiden Bildern eure Geschichte“, erläutert Frau Rose, während sie die Würfel verteilt. 

Ob im Kindergarten, in der Grundschule oder im Hort: es gibt unzählige Möglichkeiten,  Würfel einzusetzen. Es lohnt sich immer, welche in der Tasche zu haben. Dabei kann man natürlich auf die klassischen sechsseitigen Würfel mit Augen zurückgreifen und den Zahlen entsprechende Symbole oder Fragen zuordnen. Blankowürfel aus Holz hingegen lassen sich komplett frei gestalten. Sie können mit ausgedruckten Bildern beklebt oder mit wasserfesten Stiften bemalt werden. Einige Ideen für den Einsatz von Würfeln stellen wir Ihnen hier vor:


Kennenlernen 

Ob im Kindergarten oder in der Schule: wenn neue Kinder in die Gruppe kommen, bieten sich Spiele an, um sich gegenseitig kennenzulernen. Für jüngere Kinder können Bilder auf dem Würfel als Gesprächsanlass dienen, zum Beispiel Essen, Tiere oder Farben. Alternativ können für ältere Kinder oder Jugendliche Stichwörter auf die Würfel geschrieben werden, beispielsweise „Der perfekte Samstag“, „Hobby“ oder „Lieblingsfach“. Nun können die Würfel im Sitzkreis mit allen Kindern oder in kleineren Gruppen eingesetzt werden.  

 

Feedback 

Es gibt bereits zahlreiche Feedbackmethoden, bei denen jeder im Kreis minutenlang die gleichen Fragen beantwortet. Doch auch hier können Würfel für alle Altersgruppen eingesetzt werden. So beantwortet jeder Teilnehmende nur eine Frage, die zum Symbol passt. Eine Sonne könnte für „das war besonders schön“ stehen, eine Regenwolke für „das war nicht so toll/das hat die Stimmung getrübt“. Für offene Fragen steht das Fragezeichen, die Sternschnuppe für Zukunftswünsche und in der Schatztruhe werden Erinnerungen gesammelt. Zuletzt dient die Glühbirne dem Teilen von eigenen Ideen, neuen Erkenntnissen und Erfahrungen.  

 

Morgenkreis 

In vielen Kindergärten und Krippen beginnt der Tag mit einem Morgenkreis, in dem gespielt, gesungen und getanzt wird. Durch den Einsatz von Würfeln können die Kinder aktiv in die Gestaltung mit einbezogen werden. So kann jeden Tag ein anderes Kind bestimmt werden, das würfeln und aussuchen darf. Für die Gestaltung der Würfel gibt es unzählige Varianten. Zum Beispiel wird auf jeder Seite ein wechselndes Ritual gemalt, etwa Noten für ein Lied, Würfel für ein Spiel oder ein Buch fürs Vorlesen. Eine andere Möglichkeit wäre, mehrere Würfel zu gestalten, beispielsweise einen Würfel für Geschichten, einen anderen für Lieder und einen dritten für Spiele. Der Einsatz von Würfeln kann hier für Abwechslung sorgen, da jeden Tag zufällig etwas ausgewählt wird. So kann auch verhindert werden, dass ein Kind immer nur sein Lieblingsspiel auswählt, von dem die anderen Kinder schon genervt sind. Außerdem wird nebenbei die Feinmotorik der Kinder geschult. 

 

Klassenrat, Klassenlehrerstunde, Verfügungsstunde, Abschlussrunde

Wie auch immer die Schulstunde genannt wird, in der sich die Klasse mit ihrer Klassenleitung zusammensetzt, um aktuelle Ereignisse zu besprechen: auch hier lassen sich Würfel einsetzen. Neben einem grundsätzlich festgelegte Ablauf lassen sich einzelne Blöcke flexibel gestalten. So kann jeweils zu Beginn und Ende der Stunde der Würfel über einen Programmpunkt entscheiden. Möglich sind hier zum Beispiel eine Gefühlsrunde, das Teilen von schönen Erlebnissen, eine Erzählrunde vom Wochenende oder den Ferien, und es können Ziele für die kommende Woche festgelegt und die vorherigen Ziele reflektiert werden. Ein ausführlicher Artikel zu diesem Thema folgt. 

 

Gruppen einteilen 

Sowohl in der Schule als auch im Kindergarten oder Freizeitbereich, immer wieder müssen Gruppen eingeteilt werden. Doch häufig sind die gleichen Kinder in den Gruppen, wirklich durchmischt sind sie selten. Sofern die Gruppen nicht gleich groß sein müssen, lassen sie sich mit einem Würfel gut zufällig einteilen. Mit einem sechsseitigen Standardwürfel lassen sich zwei (gerade oder ungerade Augenzahl) oder sechs (gleiche Augenzahl) Gruppen einteilen. Mit einem selbstgestaltetem Würfel können zusätzlich drei Gruppen eingeteilt werden, indem jeweils 2 Seiten die gleiche Farbe erhalten. Selbst bei einer vorgegebenen Gruppengröße können die Gruppen ausgewürfelt werden: sobald eine Gruppe voll ist, ist die Zahl raus und es muss noch einmal gewürfelt werden.  

 

Geschichtenwürfel 

Nicht nur zum Spielen lassen sich Würfel einsetzen, sie sind auch ein tolles Hilfsmittel, um Geschichten zu erfinden. Auf jeder Würfelseite ist ein anderes Bild. Gewürfelt wird mit beliebig vielen Würfeln. Aus den gewürfelten Bildern wird anschließend eine Geschichte erfunden oder vielleicht sogar aufgeschrieben. Werden beispielsweise eine Schlange, eine Schatztruhe und ein Elefant gewürfelt, könnte Kind 1 die Geschichte so erzählen: „Der Elefant und die Schlange waren Freunde und haben zusammen den Schatz gesucht. Dabei mussten sie viele Aufgaben lösen.“ Kind 2 erzählt zu den gleichen Bildern: „Der Elefant ist ein Pirat und hat den Schatz gesucht. Vor der Kiste saß die Schlange und hat sie bewacht. Aber weil der Elefant so groß und stark ist, hat er die Schlange besiegt!“ Noch eine andere Geschichte erfindet Kind 3: „Die Schlange und der Elefant haben zusammen den Schatz gefunden. Aber die Schlange wollte den Schatz nicht teilen. Darum hat sie die Kiste aufgegessen und dachte danach: Vielleicht war das doch nicht so schlau.“ 

So können nur mit den zufällig gewürfelten Bildern die unterschiedlichsten Geschichten entstehen, selbst wenn sich Bildkombinationen wiederholen, wird jedes mal eine andere Geschichte erzählt. 

Oriana R. / 12.09.2022

Zur Autorin: Mein Name ist Oriana und ich habe kürzlich mein Studium in Geschichte und Pädagogik beendet. Ich bin seit fast 10 Jahren als ehrenamtliche Lesepatin tätig und habe schon über 40 Grundschulkinder beim Lesenlernen begleitet. Nebenbei durfte ich zahlreiche Projekte organisieren und durchführen, unter anderem ein Wochenende im Wald, mehrere Theaterstücke und ein Geschichtsprojekt. Seit kurzem arbeite ich hauptamtlich mit Grundschulkindern in einer Gruppe für soziales Lernen und Hausaufgabenbetreuung. Besonders wichtig sind mir in meiner Arbeit die Themen Nachhaltigkeit, Umweltschutz und die Umsetzung der Kinderrechte im Gruppenalltag.