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Rollenspiele im Kindergarten - das echte Leben nachspielen

Kinder brauchen bereits in ihren ersten Lebensjahren geeignete Vorbilder, an denen sie sich orientieren können. Üblicherweise schauen sie zu Erwachsenen auf. Sie imitieren ihr Verhalten, verwenden mitunter ein ähnliches Vokabular und versetzen sich in die Rolle ihrer erwachsenen Vorbilder hinein. Dieses Nachahmen geschieht oft automatisch und ist den Kindern gar nicht in vollem Umfang bewusst.

Rollenspiele in der Kita lassen sich als spielerischer Ausblick auf die Zukunft beschreiben: In der Regel werden bei den Spielen Situationen aus der Erwachsenenwelt dargestellt. Dieser Umstand lässt auf eine kindliche Vorfreude auf das spätere Leben schließen, wenn die Kindergarten- und Schulzeit bereits hinter den Schützlingen liegt.

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Was sind Rollenspiele?

Die Neugier auf das echte Leben beginnt nicht erst in der Grundschule. Schon in der Zeit im Kindergarten möchten die kleinen Schützlinge die Welt entdecken. Dazu zählt auch ein Rollenwechsel: Bei den Rollenspielen nehmen die Gruppenmitglieder eine neue Persönlichkeit an. Sie nehmen ihren Platz ein. In ihrer Rolle stellen sie den Alltag, typische Tätigkeiten oder Verhaltensmuster dar, die mit bestimmten Personengruppen in Verbindung gebracht werden.

In den meisten Fällen entscheidet man sich für eine Rolle, mit der man sich identifiziert und in der man sich selbst wiedererkennt. Somit sind die Rollen wie ein Spiegel: Sie spiegeln die eigene Persönlichkeit durchaus wider. Gleichzeitig eröffnen sie neue Wege, um sich neu zu erfinden. Anders als bei Erwachsenen vollzieht sich diese Weiterentwicklung auf einer unbewussten Ebene:

Bei den meisten Spielen ist das richtige Zubehör notwendig, um sich bestmöglich in die jeweilige Rolle hineinzuversetzen. Zubehör dient der Ausgestaltung und realistischen Darstellung von Berufsbildern, alltäglichen Situationen oder selbst erdachten Ereignissen, denen ein Rollenverständnis zugrunde liegt.

Warum sind Rollenspiele wichtig?

Rollenspiele sind für die persönliche Entwicklung von Kindergartenkindern von großer Bedeutung. In den verschiedenen Rollen lernen die Kinder Werte wie Toleranz, Rücksichtnahme und Einfühlungsvermögen. Das Einfühlungsvermögen entsteht dadurch, dass man sich in einer Rolle in die jeweilige Person oder Personengruppe hineinversetzt und sich in sie einfühlt. Diese Fähigkeit wird sowohl auf die anderen Beteiligten als auch auf die Mitmenschen im Allgemeinen übertragen.

Beim Spielen entdecken sich die Gruppenmitglieder neu. In ihrer Rolle lernen sie Zusammenhalt, Rücksichtnahme und Toleranz aus einem anderen Blickwinkel. Dabei erweitern sie ihre eigenen Persönlichkeitszüge um neue Eigenschaften, welche ihnen das Rollenspiel eröffnet.

10 Rollenspiel-Ideen für den Kindergarten

Komm, lasst uns spielen! Diese Spielvorschläge sind sowohl altersgerecht als auch für spontane Aktivitäten im Gruppenraum geeignet. Sie lassen sich zu zweit oder mit mehreren Beteiligten spielen:

1. Berufsleben nachspielen

Beim spielerischen Nachstellen von verschiedenen Berufsbildern werden Eimer zum Löschen von (nicht vorhandenem) Feuer zweckentfremdet oder Kochtöpfe für die 'Zubereitung' von Speisen genutzt. Bei der liebevollen Ausschmückung der Kulissen mitsamt den jeweiligen Berufen kennt die Bandbreite der Ideen keine Grenzen, sondern nur Möglichkeiten.

2. Die letzten Sommerferien

Beim Ferienspiel werden mit Kissen, Decken oder ähnlichem Zubehör Urlaubsorte nachgestellt. Je nach Vorstellung der Kinder stellen die Kissen eine Bergkette in den Alpen dar, aus blauen Decken wird das Meer an der Nordseeküste und Palmen aus Papier stehen symbolisch für eine mediterrane Landschaft. Anschließend werden die Highlights aus dem letzten Urlaub ein zweites Mal erlebt.

3. Suppe kochen

Die Töpfe vom Nachspielen der Berufe haben keinen einseitigen Verwendungszweck, sondern sind die Herzstücke beim imaginären Kochen von köstlichen Suppen. Als Zubehör eignen sich Kochgeräte aus Puppenküchen, die in den meisten Kitas zu finden sind. Gemüse aus Stoff oder vergleichbarem Material hält als Zutat her.

4. Kleidung aus Stofftüchern basteln

Ein Kind fertigt die neue Garderobe an, ein anderes Gruppenmitglied ist die Kundschaft. Je farbenfroher die entworfenen Kleidungsstücke sind, umso besser. Funkelnder Glitzerstoff, weicher Samt und wärmende Baumwolle werden als Materialien für die Kreationen genutzt.

5. Plüschtierklinik

Was gibt es Spannenderes, als kranke Plüschtiere fachkundig und professionell zu behandeln? Die Kinder nehmen die Rolle der Ärztinnen beziehungsweise der Ärzte ein. Bei der Behandlung der Plüschtiere ist ihr 'medizinisches Fachwissen' gefragt - mit Taschentüchern lassen sich zum Beispiel verstauchte Stoffarme verbinden, die vorher operiert wurden.

6. Kaffee trinken

Tassen und Kuchenteller aus widerstandsfähigem Plastik sind selbst im viel bespielten Zustand noch einwandfrei. Darüber hinaus sind Tische und Stühle als Einrichtung für das Kaffeehaus erforderlich. Die Kinder dürfen selber entscheiden, ob es eine Tageskarte gibt oder die Besucher des Cafés aus einem Standardangebot bestellen.

7. Einkaufen gehen

In jeder Betreuungseinrichtung wird dieses zeitlose Spiel gespielt. Das Angebot im Laden hängt von der Ausstattung und den vorhandenen Mitteln ab. Hinzu kommen die Kassiererinnen und Kassierer sowie die Kunden, die ihre Einkäufe in den Warenkorb legen.

8. Turmbau

Mit vereinten Kräften in der Rolle der Bauarbeiter bauen die Gruppenmitglieder einen Turm. Man kann den Turmbau in einen Wettkampf einbetten, bei dem zwei Gruppen gegeneinander antreten. Wer bringt den höchsten und stabilsten Turm zustande?

9. Schule

Je näher die Schulzeit rückt, umso neugieriger oder auch nervöser wird die Stimmung in der Kindergartengruppe. Rollenspiele mit einem Bezug zum Schulalltag sind ein Ausblick auf die künftigen Jahre. Hier darf eine Kreidetafel ebenso wenig fehlen wie Sitzgelegenheiten, mit denen der Klassenraum ausstaffiert wird. Nun bleibt nur noch die Frage offen, wer die Lehrkraft darstellt.

10. Rollenspiele ohne Vorgaben

Bei dieser Spielidee dürfen die Kinder selbst entscheiden, was sie spielen, wie sie spielen und in welchem Umgang Zubehör Verwendung findet. Für die Anregung ihrer Fantasie ist es sinnvoll, nicht jedes Spiel mit verteilten Rollen in eine bestimmte Richtung zu lenken. Vorgaben wie das spielerische Nachstellen eines Kaffeekränzchens geben eine Richtung vor. Beim sogenannten freien Spiel geben die Gruppenmitglieder die Regeln selber vor oder beschließen, dass es kein inoffizielles Regelwerk gibt. Stattdessen steht die spielerische Ungezwungenheit im Mittelpunkt.

Zuschauer oder Mitspielende? Die Rolle der Erzieher

Die Erzieherinnen und Erzieher in der Kita können sehr gut mit in das Rollenspiel eingebunden werden. Auf diese Weise erleben auch sie einen Perspektivwechsel und sehen die Spielsituation mit anderen Augen.

Beim Spielen mit den Kindern sollte die Gruppenleitung alle Akteure genau beobachten. Dabei stellt man sich im Kopf die folgenden Fragen:

1. Wer ist an dem jeweiligen Spiel aktiv (oder passiv) beteiligt?
2. Wer nimmt welche Rolle ein?
3. Welches Gruppenmitglied geht in seiner Rolle richtig auf?
4. Bei wem erkenne ich völlig überraschende Seiten, die mir vorher nie aufgefallen sind?
5. Wer geht beim Spielen besonders kreativ oder lösungsorientiert vor?

Die Spielsituation sollte in einen lebensnahen Kontext gesetzt werden. Je besser das echte Leben im Rollenspiel abgebildet wird, umso mehr blühen die Beteiligten darin auf. Den meisten Gruppenmitgliedern macht es Freude, ganz mit ihrer Rolle zu verschmelzen. So bilden sie eine Einheit mit der Identität, welche für die jeweilige Rolle typisch ist.

Gerade bei schüchternen Kindern stellen Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter oft ein wahres Aufleben fest, wenn sie beim Rollenspiel teilnehmen. Das Annehmen einer Rolle vermittelt solchen Kindern ein Gefühl von Sicherheit. Wer sich in seiner Rolle nicht sonderlich wohl fühlt, wird nicht eins mit ihr, sondern zeigt ein Unbehagen während des Spielens. Hier sollte man als Erzieher ebenfalls hellhörig werden und dem betreffenden Gruppenmitglied eine andere Rolle vorschlagen. Oft ist das Aufzeigen solcher Optionen eine einfache Lösung, damit alle Anwesenden mit Begeisterung bei der Sache sind.

Fazit - eine Rolle vorwärts

Rollenspiele in der Kita machen nicht nur Spaß, sondern haben einen Lerneffekt, der für die Entwicklung der Kinder einen größeren Wert hat, als man zunächst annimmt. Mit dem Einnehmen einer Rolle entdecken und erfinden sich die Kinder neu. Deshalb ist diese Art der Beschäftigung keineswegs nur eine Überbrückung der Zeit bis zum Mittag, sondern eine Etappe der altersspezifischen Entwicklung. Auch nach den Jahren im Kindergarten sind Rollenspiele durchaus noch präsent - man kennt sie zum Beispiel von Bühnenstücken, die zu besonderen Anlässen wie Weihnachten in der Schulaula aufgeführt werden.

Nicht nur pädagogische Fachkräfte, sondern auch Eltern sollten ihre Schützlinge so frei wie möglich spielen lassen, damit sie sich bei den Rollenspielen ihrer Persönlichkeit entsprechend entfalten können. Bei den freien Rollenspielen geben die Kinder die Rahmenbedingungen vor. Auf diese Weise werden ihre Fähigkeiten im Bereich der Kommunikation, der Planung und der Improvisation gefördert.

Nina K., 06.01.2026

Zur Autorin: Mein Name ist Katharina und ich bin seit dem Jahr 2018 als freiberufliche Autorin tätig. Zuvor habe ich mein Studium in Anglistik und Philosophie erfolgreich abgeschlossen. Das Verfassen von Artikeln für Lehrerblogs zählt nicht nur zu meinen grundlegenden, sondern auch zu meinen liebsten beruflichen Aufgaben. Mir macht es viel Freude, sowohl Lehrkräften als auch Schülerinnen und Schülern nützliche Ratschläge für den Alltag 'vor der grünen Tafel' an die Hand zu geben. Meine Themenschwerpunkte reichen von Hilfestellungen für die Organisation über Tipps für eine gelungene Unterrichtsführung bis hin zu Gedanken über Werte wie Empathie und Mitgefühl – sie ermöglichen nicht nur in der Schule ein harmonisches Miteinander.