Turnen im Kindergarten - mehr als Spiel und Spaß - die meisten Kindergärten verfügen über eine
eigene Turnhalle. Sie ist mit Turn- und Spielgeräten, Matten und Klettergerüsten ausgestattet. In der Turnstunde werden diese Mittel ausgiebig für die körperliche Betätigung genutzt. Für die meisten Kindergartenkinder stellt das Turnen eine
Abwechslung zu den üblichen Betätigungen in den Gruppenräumen dar. Vor allem Kinder mit einem erhöhten Bewegungsdrang kommen in der Turnhalle auf ihre Kosten.
Das Turnen im Kindergarten erfüllt jedoch einen weitaus wichtigeren Zweck. Turnübungen sind nicht nur Möglichkeiten zur Beschäftigung, sondern
fördern die Motorik der Kinder noch vor dem Eintritt in die Grundschule. Gleichzeitig werden soziale Fähigkeiten wie ein
fairer Umgang in der Gruppe beim gemeinsamen Turnen geübt.

Wichtigkeit von Turnen und Bewegung im Kindergartenalter
Turnübungen im Kindergarten legen einen wichtigen
Grundstein für die körperliche Entwicklung. Je früher Kinder sportlich aktiv werden, umso effektiver lassen sich
Erkrankungen wie Übergewicht oder Haltungsschäden vorbeugen. Die regelmäßige Teilnahme an den Turnstunden im Kindergarten wirkt sich positiv auf das
seelische Gleichgewicht aus: Sportliche Aktivitäten sorgen für die
Ausschüttung von Serotonin. Dieses Hormon ruft ein Gefühl von Zufriedenheit hervor, welches beim Turnen im Kindergarten von Erfolgserlebnissen begleitet wird. Wer sich zum ersten Mal auf den Barren traut oder beim Wettrennen gewonnen hat, fühlt sich selbstsicher. Auch dieser Aspekt ist für die Entwicklung der Kinder von großer Bedeutung.
Anmerkung: Ähnlich wie bei den Aktivitäten im Gruppenraum ist
Spaß an den Turnübungen der S
chlüssel des Erfolgs. Erzieherinnen und Erziehern kommt ein Bildungsauftrag der besonderen Art zu. Sie haben die Aufgabe, eine vielfältige Turnstunde zu gestalten, an der alle Beteiligten Freude haben. Bei einer Überforderung bleiben die Erfolgserlebnisse bei den Kindern aus. Zu leichte Übungen beim Turnen im Kindergarten lassen das notwendige Maß an Abwechslung vermissen. In der nächsten Rubrik werden verschiedene Spielideen für die gemeinsame Turnstunde präsentiert.
So macht Turnen im Kindergarten Spaß - 10 Spielideen für die Turnstunde
Bei der Planung der Turnstunde ist nicht nur das
Alter der Kinder, sondern auch die
sportlichen Begabungen des einzelnen Gruppenmitglieds
zu berücksichtigen. Nicht jedes Kind ist sportlich überdurchschnittlich begabt. Darüber hinaus sind manche Turnübungen für Kindergartenkinder schlichtweg zu anspruchsvoll. Die unten aufgeführten Spielideen orientieren sich von ihrem Schwierigkeitsgrad an der altersspezifischen Entwicklungsstufe der Schützlinge.
1. Ballspiel
Das ausgelassene Spiel mit weichen
Schaumstoffbällen ist eine absolut kindgerechte Übung, die sich hervorragend als
Einstieg in die Turnstunde eignet. Im ersten Durchgang werden
Zweiergruppen gebildet. Jede Zweiergruppe bekommt einen Ball. Diesen
Ball werfen sich die Mitglieder der Gruppen
gegenseitig zu. Dabei wird der
Abstand mit jedem Wurf vergrößert, sodass sich die Kinder ihren Ball Schritt für Schritt aus einer weiteren Distanz zuspielen. Zum Schluss werden die Zweiergruppen aufgelöst und die Kinder werfen sich nur einen Ball in der großen Runde zu.
2. Spielen mit dem Schwungtuch
Ein
Schwungtuch regt ebenfalls zum Spielen in der Gruppe an. Jedes Kind nimmt ein Band in die Hand, welches an dem Tuch befestigt ist. Auf Anweisung der Erzieherin oder des Erziehers wird das
bunte Tuch wellenartig oder wie ein Wurfzelt gemeinsam in die Höhe gehoben, zum Balancieren eines Balls genutzt oder so straff wie möglich gezogen. Die Herausforderung besteht darin, das Schwungtuch bei den unterschiedlichen Übungseinheiten nicht loszulassen. Auch der Boden der Turnhalle darf von dem Tuch nicht berührt werden.
3. Reiten auf dem Pferd
Bei dieser Turnübung findet ein nicht zu hohes Turngerät Verwendung, um die Verletzungsgefahr zu minimieren. Um das Gerät (Kiste, Barren etc.) werden dicke Matten platziert. Sie tragen zusätzlich zum Schutz der Kinder bei.
Das Turngerät steht sinnbildlich für ein Pferd, auf dem die Kinder nacheinander 'reiten'. Im Vorfeld stimmt eine kurze Geschichte über ein Pferd auf die Turnübung ein. Sie wird von der Erzieherin oder vom Erzieher vorgelesen. Anschließend dürfen die Kinder auf dem Sportgerät ihr Können zeigen: Sie klettern auf das 'Pferd' und dürfen über das Turngerät laufen, kriechen oder klettern.
4. Was bin ich?
Jedes Kind
denkt sich im Stillen
eine Person, ein Berufsbild oder ein Tier aus. Nachdem die Entscheidungen getroffen wurden, geht es reihum: Jedes Mitglied aus der Gruppe stellt seine erdachte Person oder Tätigkeit ohne Worte
pantomimisch vor. Die übrigen Kinder erraten, um wen oder was es sich handelt. Zum Schluss wird über die kreativste Darstellung mittels Applaus abgestimmt.
5. Zoo
Als Aufwärmübung laufen die Kinder
im Kreis durch die Halle. Die Erzieherin oder der Erzieher ruft ihnen den Namen eines Tieres zu. Dieses
Tier wird durch einen charakteristischen Gang imitiert: Eine Raupe wird kriechend dargestellt, ein Pferd im schnellen Galopp durch die Turnhalle. Der Zweck des Spiels besteht in einem schnellen Wechsel unterschiedlicher Gangarten.
6. Schwimmbecken
Vor die Sprossenwand oder das Klettergerüst wird eine Matte gelegt. Im Idealfall
stellt eine blaue Matte das Wasser im Schwimmbecken dar. Die
Sprossenwand ersetzt den Sprungturm im Schwimmbad. Von den Sprossen aus springen die Kinder aus unterschiedlichen Höhen auf die Matte. Dieses Spiel lässt sich mit einem Wettbewerb verbinden. Wer besonders mutig ist und sich auf die höchste Sprosse wagt, ist der Tagessieger. Auf diese Weise wird die Motivation der Kinder gesteigert.
7. Obstsalat
Dieses Spiel kennt vermutlich jedes Kind. Für das Turnen im Kindergarten empfiehlt sich eine abgewandelte Variante mit kleinen Bällen. Bei dieser Spielvariante kommt es auf zwei Kompetenzen gleichzeitig an: Die Kinder müssen sich den
Namen ihrer Obstsorte merken, ohne ihren Ball zu verlieren. So werden ihre kognitiven und motorischen Fähigkeiten parallel gefördert. Die Bälle sind verschiedenfarbig und symbolisieren mit ihrer Farbe das jeweilige Obst, welches den Kindern zugeordnet wird. Eine Hälfte der Gruppe erhält beispielsweise rote Bälle. Sie sind die Erdbeergruppe. Die zweite Hälfte bekommt gelbe Bälle und bildet die Zitronengruppe. Zunächst laufen die Kinder durch die Halle, bis an sie der Ruf 'Erdbeere', 'Zitrone' oder 'Obstsalat' ergeht und sie schnellstmöglich auf einem der Stühle Platz nehmen müssen.
8. Reifentunnel
Für diese Spielidee sind
mehrere Reifen erforderlich, die jeweils zu zweit festgehalten werden. Mit einer großen Anzahl an Reifen und einem möglichst langen Tunnel macht das Spiel am meisten Spaß. Die Anwesenden werden in
zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe hält die Reifen, während die Mitglieder der zweiten Gruppe nacheinander durch den Tunnel robben. Im zweiten Durchgang werden die Gruppen getauscht. So bekommt jedes Kind die Gelegenheit, den Reifentunnel zu durchqueren. Der erhöhte Schwierigkeitsgrad ist ebenfalls möglich. Hier wird auf Zeit gespielt, die mit einer Stoppuhr gemessen wird. Wer am schnellsten durch den Tunnel hindurch kriecht, wird zum Gewinner des Spiels gekürt.
9. Tüchlein, Tüchlein, du musst wandern
Beim Turnen im Kindergarten führt kaum ein Weg an
bunten Tüchern vorbei. Sie sind ein Ersatz für herkömmliche Bälle. Es wird eine Reihe wie bei einem
Staffellauf gebildet. Das erste Kind der Reihe bekommt ein Tuch und reicht es an seinen Nebenmann oder seine Nebenfrau weiter. Mit jedem Durchgang wird das Weiterreichen des Tuches beschleunigt. Wenn das Tuch auf den Boden fällt, fängt das Spiel von vorne an.
10. Fangen
Die letzten Minuten der Turnstunde lassen sich für ein fröhliches
Fangspiel nutzen. Hier geht es nicht in erster Linie um das Fangen als solches, sondern um einen umsichtigen Umgang mit den Mitgliedern der Gruppe. Beim Ticken wird mit nur einem oder zwei Fingern vorsichtig auf den Arm des Gegenübers gedrückt. Auf ein beherztes Schlagen oder Schubsen wird hingegen verzichtet. Die Eingefangenen entfernen sich aus dem Spielfeld. Das Spiel endet, wenn alle Kinder gefangen sind.
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Zur Autorin: Mein Name ist Katharina und ich bin seit dem Jahr 2018 als freiberufliche Autorin tätig. Zuvor habe ich mein Studium in Anglistik und Philosophie erfolgreich abgeschlossen. Das Verfassen von Artikeln für Lehrerblogs zählt nicht nur zu meinen grundlegenden, sondern auch zu meinen liebsten beruflichen Aufgaben. Mir macht es viel Freude, sowohl Lehrkräften als auch Schülerinnen und Schülern nützliche Ratschläge für den Alltag 'vor der grünen Tafel' an die Hand zu geben. Meine Themenschwerpunkte reichen von Hilfestellungen für die Organisation über Tipps für eine gelungene Unterrichtsführung bis hin zu Gedanken über Werte wie Empathie und Mitgefühl – sie ermöglichen nicht nur in der Schule ein harmonisches Miteinander.
Aktualisiert am 13.03.2026