Nicht nur in der Schule, sondern auch in der Kindertagesstätte finden Unternehmungen außerhalb der Einrichtung statt. Oft sind es kleine Ausflüge oder später sogar Übernachtungen in einer Herberge. In den ersten Wochen im Kindergarten fängt man erst einmal klein an: Man erkundet die Umgebung, in der sich die Kita befindet. Gemeinsam laufen die Gruppenmitglieder durch die Straßen, die sie ins Umland führen. Dort halten sie sich für die Dauer des Tages auf, um zur Mittagszeit mit spannenden Erlebnissen im Rucksack wieder zurückzukehren.
Waldtage sind eine tolle Gelegenheit, um Lehrreiches mit Vergnüglichem zu verbinden. Dem Erlebnis in der Gruppe geht keine weite Strecke voraus, sondern der Weg führt die Kinder mit ihrer Gruppenleitung in das Umland, fernab vom Lärm der Straßen.
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Was sind Waldtage im Kindergarten?
Bei einem Ausflugstag im Wald lässt man das Gebäude der Betreuungseinrichtung hinter sich, um zusammen aufzubrechen und in die Ursprünglichkeit der Natur einzutauchen.
Die Dauer des Aufenthalts entspricht dem Zeitraum, der üblicherweise im Kindergarten verbracht wird. Meistens macht sich die Gruppe morgens auf den Weg und findet sich mittags wieder in der Einrichtung ein.
Im Wald sehen sich die Kinder zusammen mit ihrer Gruppenleitung die grünen Bäume, den mit Moos bewachsenen Waldboden und die Pflanzenarten an, die man nur in bewaldeten Gebieten findet. Die Umgebung ist ein Gegenentwurf zu den Räumlichkeiten im Kindergarten. Anders als in der Kita halten sich die Gruppenmitglieder in der Natur auf. Hier eröffnet sich ihnen eine ganz andere Welt: Die Ruhe des Waldes trifft auf die zahlreichen Vogelstimmen. Wer genau hinhört, stellt Unterschiede fest. Ornithologisch versierte Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter teilen den Anwesenden mit, welcher Vogel gerade seine Geschichte erzählt. Ansonsten empfiehlt sich eine Führung durch den Wald in Begleitung eines erfahrenen Försters. Er kennt die Vogelarten mitsamt ihren Eigenschaften wie kaum ein anderer.
Vorteile von Waldtagen im Kindergarten
Die meisten Kinder im Kindergartenalter sind "von Haus aus" entdeckungsfreudig. Eine Betreuungseinrichtung kann ihre Neugier nur in bedingtem Maße stillen. Selbst die bestmöglich ausgestattete Kita wartet nicht mit den Möglichkeiten auf, die ein Tag im Wald bietet.
Zwischen dicht belaubten Bäumen erleben die Gruppenmitglieder ein natürliches Umfeld aus nächster Nähe. Der direkte Kontakt zur Natur führt bei den Kindergartenkindern zu einer Achtung vor ihrer Umwelt. Anders als im künftigen Sachkundeunterricht in der Schule gibt es auf diesem Gebiet keine Wissensvermittlung im strengen Sinn: Anstelle von Erlaubnissen und Verboten im Umgang mit Ressourcen nähern sich die Beteiligten der Thematik aus ihrem kindlichen Blickwinkel.
Der gemeinsame Tag schweißt die Kinder enger zusammen. Bei der Bewältigung von Herausforderungen auf dem Weg oder während des Aufenthalts im Wald kommt es auf Zusammenhalt, Rücksichtnahme und gegenseitiges Vertrauen an. Die Gruppenleitung ist von dieser Forderung nicht ausgenommen - sie ist genau wie die Gruppenmitglieder ein Teil des Gefüges. Daneben lernen die Kinder ihre Erzieherin oder ihren Erzieher bei der Unternehmung von einer privaten Seite kennen: Während des Picknicks im Wald unterhält man sich in erster Linie über persönliche Dinge. Für solche Gespräche hat man im Kindergarten oft zu wenig Zeit.
Ideen für einen gelungenen Tag im Wald
Eine freie Waldlichtung lädt zum Spielen in der großen Runde ein. Als Gruppenleitung ist man mit ein paar Spielvorschlägen gut beraten. Das Anlegen einer Blättersammlung ist ebenso spielerisch wie pädagogisch wertvoll: Die Kinder bekommen die Aufgabe, möglichst viele verschiedene Blätter zusammenzutragen. Gemeinsam werfen die Gruppenmitglieder einen Blick auf die unterschiedlichen Arten von Laub. Dabei stellt ihnen die Gruppenleitung ein paar Fragen, die sie beantworten müssen:
- Welche Farben haben die Blätter?
- Welche Formen weisen sie auf?
- Wie fühlen sie sich an und wie riechen sie?
Der Austausch über die optischen und haptischen Merkmale der Blätter lässt sich am darauffolgenden Tag im Kindergarten fortführen. Aus den gesammelten Blättern wird ein Plakat angefertigt, das an der Pinnwand seinen Platz hat.
Anmerkung: Diese spielerische Lerneinheit setzt Verantwortungsbewusstsein voraus. Die Gruppenmitglieder werden darauf aufmerksam gemacht, dass sie keine Blätter oder Äste von den Bäumen und anderen Gewächsen abreißen dürfen - das Laub auf dem Waldboden ist nämlich in reichlicher Menge vorhanden.
Ein Versteckspiel im Wald ist ein idealer Abschluss des aufregenden Tages. Hier dürfen die erwachsenen Begleitpersonen ihre Schützlinge trotz allem Spielspaß nicht aus den Augen verlieren. Eine räumliche Begrenzung (z. B. nicht weiter als bis zu der großen Eiche) zäumt das Spielfeld ein, damit die Erwachsenen den Überblick behalten.
Ablauf - so wird der Waldtag schön
Vor dem Ausflugstermin werden die Eltern der Gruppenmitglieder über den geplanten Waldtag informiert. Dies lässt sich mit einem Anschreiben bewerkstelligen: Im Elternbrief wird der Ablauf geschildert. Die Erziehungsberechtigten werden am Ende des Schriftstücks um eine Unterschrift gebeten. Mit ihrer Signatur erlauben sie, dass ihr Kind am Waldtag teilnehmen darf.
Die Gruppe bricht zusammen mit der Gruppenleitung auf. Vor dem großen Tag sollten die Verantwortlichen die Wegstrecke prüfen und sie gegebenenfalls selbst zurücklegen: Ist die Entfernung für die Kinder zu weit? Sollte eine andere Route gewählt werden? Solche Überlegungen werden vor dem Waldtag angestellt.
Im Wald wird entdeckt, erforscht und gesucht. Die Gruppenleitung und eine weitere Begleitperson machen ebenfalls mit. Abenteuerlust macht hungrig - aus diesem Grund wird eine Pause im stillen Grün eingeplant. Ein Spiel oder eine kleine Aufgabe läutet das Ende des Waldtages ein. Anschließend geht es zurück in den Kindergarten, wo die Kinder mit ihrer Gruppenleitung über den Tag sprechen.
Was brauchen die Kinder für den Tag?
Für den Tagesausflug werden neben gefüllten Trinkflaschen und sättigenden Butterbroten wetterfeste Kleidung, Gummistiefel oder festes Schuhwerk sowie ein Rucksack benötigt, in dem die Habseligkeiten verstaut werden. Bei regnerischem Wetter ist das Mitbringen von Ersatzgarderobe ratsam.
Funktionale Kleidungsstücke wie Windjacken halten Feuchtigkeit ab und spenden an kühlen Tagen Wärme. An warmen Tagen ist leichte, aber dennoch robuste Kleidung angemessen. Darüber hinaus schützen ein Sonnenhut und Sonnenmilch im Sommer vor einem unerwünschten Sonnenbrand.
Leicht zu reinigende Kissen, Decken oder Isomatten ersetzen Sitzgelegenheiten während der Pause. Abfälle werden in mitgebrachten Beuteln zur nächsten Mülldeponie transportiert oder in einem Mülleimer entsorgt.
Waldtage im Kindergarten - FAQs
1. Sind Waldtage Pflicht in den Kitas?
Ausflüge in den Wald sind in Kindertagesstätten nicht verpflichtend. Sie sollten jedoch im Sinne der Förderung einer altersgerechten Entwicklung und im Interesse der Gruppenmitglieder vorgenommen werden - die Kinder werden es ihrer Gruppenleitung danken.
2. Dürfen Erziehungsberechtigte als zusätzliche Begleitpersonen an den Waldtagen teilnehmen?
Während des Aufenthalts im Wald haben die Erwachsenen eine Aufsichtspflicht. Jede pädagogische Fachkraft weiß, dass Tage außerhalb der Betreuungseinrichtungen besondere Anforderungen mit sich bringen. Bei den Unternehmungen sollten mindestens zwei erwachsene Personen anwesend sein. Wenn andere Mitglieder aus dem Kollegenkreis nicht teilnehmen können, sind die Eltern der Kinder gefragt.
3. Welche Regelung tritt in Kraft, wenn einzelne Gruppenmitglieder nicht mitkommen können?
Krankheitsfälle oder ähnliche unvorhersehbare Ereignisse entbinden die Betroffenen von der Teilnahme am Waldtag. Im Fall von Krankheit wird der Gruppenleitung ein Attest vorgelegt. Das Dokument kann nach Absprache auch rückwirkend eingereicht werden. Ein weiterer Grund für die Abwesenheit einzelner Gruppenmitglieder ist das fehlende Einverständnis der Eltern. In dem Fall besuchen die Kinder für den Tag eine andere Gruppe in der Kita.
4. Gibt es berechtigte Bedenken im Hinblick auf den Natur- und Umweltschutz?
Der Erhalt des Ökosystems schließt auch die Waldgebiete im direkten Umfeld ein. Grundsätzlich gibt es keine Einwände gegen einen Ausflug in den Wald. Die Kinder sollten allerdings darauf hingewiesen werden, dass ein respektvoller und achtsamer Umgang mit der Natur eingehalten werden muss.
5. Wird der Tag als klassischer Wandertag gestaltet oder reist die Gruppe mit öffentlichen Verkehrsmitteln an?
Waldtage sind Naturtage. Auf die Nutzung von Bussen sollte verzichtet werden. Falls die Umstände einen Fußmarsch nicht zulassen, nimmt die Gruppe das Angebot des öffentlichen Nahverkehrs in Anspruch.
6. Sind Waldtage nur für die Sommermonate geeignet?
Auf keinen Fall! Gerade die Nebensaison hat ihren Reiz, der sich im Wald besonders eindrücklich entfaltet. Die Frühjahrs- und Herbstmonate versetzen die Anwesenden mit einem tollen Farbenspiel in großes Staunen. Bei anhaltendem Regen oder widrigen Wetterverhältnissen wird der Termin jedoch verschoben, damit der Tag nicht wortwörtlich ins Wasser fällt.
Fazit - Klimawechsel für einen Tag
Raus aus dem Gruppenraum und rein in den Wald: Ein ausgedehnter Tag im Wald ist nicht nur für die Kinder eine willkommene Unterbrechung ihres gewohnten Alltags. Auch Erzieherinnen und Erzieher freuen sich, den Duft von feuchtem Moos, frischem Holz und Pflanzen einatmen zu dürfen.
Als Erinnerungsstück an den ereignisreichen Tag darf ein Blatt vom Waldboden aufgehoben und in die Tasche gesteckt werden. Mit dem bunten Blatt wird die Schönheit der Natur festgehalten. Gleichzeitig denken die Kinder mit einem neu gewonnenen Verantwortungsgefühl an den Waldtag zurück.
Nina K., 11.05.2025
Zur Autorin: Mein Name ist Katharina und ich bin seit dem Jahr 2018 als freiberufliche Autorin tätig. Zuvor habe ich mein Studium in Anglistik und Philosophie erfolgreich abgeschlossen. Das Verfassen von Artikeln für Lehrerblogs zählt nicht nur zu meinen grundlegenden, sondern auch zu meinen liebsten beruflichen Aufgaben. Mir macht es viel Freude, sowohl Lehrkräften als auch Schülerinnen und Schülern nützliche Ratschläge für den Alltag 'vor der grünen Tafel' an die Hand zu geben. Meine Themenschwerpunkte reichen von Hilfestellungen für die Organisation über Tipps für eine gelungene Unterrichtsführung bis hin zu Gedanken über Werte wie Empathie und Mitgefühl – sie ermöglichen nicht nur in der Schule ein harmonisches Miteinander.